15.10.2021, 14:20 Uhr

BUND: Einwegmasken und -handschuhe korrekt entsorgen

Schutzmaske, wo sie hingehört. Immer häufiger findet man sie allerdings in der Natur, was ein großes Problem darstellt. Foto: Westdörp

Schutzmaske, wo sie hingehört. Immer häufiger findet man sie allerdings in der Natur, was ein großes Problem darstellt. Foto: Westdörp

Grafschaft Zu Getränkedosen, Zigarettenkippen und Flaschen ist in letzter Zeit noch ein anderer Müll hinzugekommen: verlorene oder weggeworfene Einweg-Gesichtsmasten oder auch -Gummihandschuhe. Kaum ein Gehweg, Grünstreifen, Park oder Uferbereich eines Gewässers ist noch frei von oft unbeabsichtigt oder unbedacht entsorgten Gesichtsmasken und manchmal auch Gummihandschuhen. Ihr Nutzen ist unbestritten. Aber was passiert mit all den Schutzhandschuhen und Masken, nachdem sie weggeworfen wurden? Ein großes Problem für die Umwelt, die Tierwelt und letztlich auch für uns Menschen.

Die persönliche Schutzausrüstung stellt nach ihrer Entsorgung eine neue Form der Verschmutzung dar. Der Umgang damit ist nicht einfach. Dies, weil Masken aus drei Elementen bestehen: dem „Stoff“, ein Kunststoffvlies, welches zum Teil mit Chlorverbindungen oder Formaldehyd versetzt ist, dem Metallstab, der auf die Nase geklemmt wird, und den Gummibändern. Die verschiedenen Materialien können nicht gleichzeitig recycelt werden.

Gelangen diese in die Umwelt, sind sie nicht biologisch abbaubar und gefährden bis zu 450 Jahre lang Tiere an Land und im Wasser.

Was die Gummihandschuhe betrifft, so sind sie bestenfalls aus Naturlatex hergestellt. Im schlimmsten Fall bestehen sie auch aus Kunststoff und verursachen hinsichtlich der Zersetzung die gleichen Probleme wie Masken. Auch Gummihandschuhe sind ebenfalls weder recyclebar, noch werden sie biologisch abgebaut.

Tiere fressen Reste von Schutzkleidung

Achtlos liegengelassen werden sie zur tödlichen Gefahr für Tiere: Igel oder Vögel verfangen sich in den Gummischnüren der Masken. Vögel verwenden das Material auch zum Nestbau. Ihre Jungen wiederum können sich mit den Bändern strangulieren. Gelangen die Masken in Gewässer, verheddern sich Wasservögel wie Enten oder Möwen in den Schnüren, können nicht mehr schwimmen oder Futter aufnahmen und verenden qualvoll. Kleine Fische schwimmen mitunter in einen der Gummifinger, finden aber nicht wieder heraus und sterben. Delfine und Meeresschildkröten können etwa Handschuhe mit Quallen verwechseln. Wenn sie diese fressen, bedeutet das für die Tiere den sicheren Tod. In Mägen von Katzen und Hunden wurden ebenfalls schon Masken- und Plastikreste gefunden. Sie führen zu Verstopfungen und schlimmstenfalls dem Hungertod. Aber auch Füchse und Wildschweine fressen unbeabsichtigt Reste verdreckter Schutzkleidung.

Konsequenzen auch für Menschen

Über Flüsse ins Meer gelangte Reste bilden bei der Zersetzung Mikroplastik, das von Fischen verschluckt wird und schließlich auf unseren Tellern landet. An Land wird Mikroplastik vom Wasser mitgeführt, versickert im Grundwasser und landet so in unserem Trinkwasser.

So kann man Corona-Müll umweltgerecht richtig entsorgen:

Benutzte Masken, Visiere und Gummihandschuhe gehören in den Restmüll - nicht in den Gelben Sack!

Schutzkleidung immer in reißfeste Müllsäcke geben - nicht lose in die Tonne!

Hersteller sollten unbedingt dazu angehalten werden, wiederverwertbare Materialien für Alltagsmasken und Gummihandschuhe zu verwenden.

Ems-Vechte