Grafschafter Nachrichten
11.11.2020

BUND begrüßt Novellierung zum Naturschutz in Niedersachsen

BUND begrüßt Novellierung zum Naturschutz in Niedersachsen

Die Naturschützer im BUND werten den Landtagsbeschluss zum „Niedersächsischen Weg“ als großen Erfolg für den Artenschutz. Foto: BUND

Schüttorf Vor Kurzem hat der niedersächsische Landtag nach abschließender Beratung einstimmig die Novellierung der Naturschutz-, Wasser- und Waldgesetzgebung beschlossen. Damit wird ein zentraler Teil des sogenannten „Niedersächsischen Weges“, einem Maßnahmepaket für den Natur- und Artenschutz der Landesregierung, zum erfolgreichen Abschluss geführt.

„Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzt sich seit Jahrzehnten für einen besseren Schutz unserer Gewässer, Wiesen und Wälder und ihrer Bewohner ein – jetzt sind wir diesem Ziel einen entscheidenden Schritt nähergerückt“, sagt Walter Oppel, Vorsitzender der Kreisgruppe des BUND. Mit dem Landtagsbeschluss wird Oppel zufolge ein großer Teil der Forderungen, die BUND und NABU im vergangenen Jahr an die Landesregierung gestellt haben, erfüllt. „Zusammen mit Programmen und der vom Land zugesicherten Finanzierung haben Naturschutz, Landwirtschaft und Politik mit dem ,Niedersächsischen Weg‘ gemeinsam wesentliche Verbesserungen für den Natur- und Artenschutz in Niedersachsen erreicht. Der BUND hat den Dialog von Beginn an aktiv und konstruktiv geführt“, erklärt der Naturschützer.

Maßnahmen gegen Artensterben

Mit den beschlossenen Gesetzesänderungen werden laut Oppel wertvolle Lebensräume wie artenreiches Grünland oder Streuobstwiesen künftig deutlich besser geschützt. Gesetzlicher Biotopschutz und freiwillige Maßnahmen wie ein verbessertes Wiesenvogelschutzprogramm sollen dabei direkt ineinandergreifen. Auch der Pestizideinsatz als wesentlicher Treiber des Artensterbens soll mit dem „Niedersächsischen Weg“ aktiv angegangen werden. Gesetzliche Pestizidverbote in Schutzgebieten und ein Pestizidreduktionsprogramm sorgen für einen Rückgang von Pflanzenschutzmitteln in Niedersachsen. „Als besonderen Erfolg sieht der BUND die Neuregelungen im niedersächsischen Wassergesetz zu Schutzstreifen an Flüssen und Bächen, da Niedersachsen im Gewässerschutz seit Jahren Schlusslicht ist“, betont Oppel. „Randstreifen helfen dabei, dass weniger Pestizide von den Äckern in die Flüsse gelangen, und bieten vielen bedrohten Arten ein Refugium in der Agrarlandschaft. Für diese Schutzstreifen werden die Landwirte zukünftig erheblich mehr Fläche zur Verfügung stellen müssen, bekommen dafür aber einen gerechten Ausgleich.“

Weitere Schritte gefordert

Die Zustimmung des Landtages wertet die Kreisgruppe des BUND auch als ein klares Votum für den Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. „Hier zeigt der ,Niedersächsische Weg‘ den Anfang zu einer neuen Gesprächskultur auf. Gesetze reichen nicht aus, um den Verlust von Lebensräumen und Arten zu stoppen. Um Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, brauchen wir eine tief greifende Veränderung der Landnutzung. Diese wird nur gelingen, wenn Naturschutz und Landwirtschaft auch vor Ort an einem Strang ziehen“, ist sich Oppel sicher. Die Umsetzung der Maßnahmen zum Wohl von Arten- und Naturschutz in Niedersachsen will der BUND weiterhin intensiv begleiten.

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