22.03.2021, 12:00 Uhr

Bürgerinitiative freut sich über Abstimmungserfolg

Die Stimmen sind ausgezählt, das Ergebnis der Bürgerabstimmung zur Eissporthalle steht fest. Foto: Vennemann

© Vennemann, Sascha

Die Stimmen sind ausgezählt, das Ergebnis der Bürgerabstimmung zur Eissporthalle steht fest. Foto: Vennemann

Nordhorn Mit Auszählung der Stimmen zum Bürgerentscheid über die Zukunft der Eissporthalle in Nordhorn steht seit Sonntagabend fest, dass die Grafschafter mit großer Mehrheit für eine Sanierung der Halle votiert haben. In einer Pressemitteilung nimmt die „Bürgerinitiative zur Rettung der Grafschafter Eissporthalle“ (BI) Stellung zu diesem Ergebnis. Darin heißt es: „Grafschafter Eissport gerettet – Ziel erreicht.“ Die Initiatoren sprechen von „grenzenloser Freude und „ausgelassenem Jubel“ bei der BI und ihren Unterstützern und verbuchen einen „historischen Erfolg“ für sich.

Eissportbetrieb ist das Ziel

„Am Ziel sehen wir uns allerdings erst dann, wenn der Eissportbetrieb wieder aufgenommen wird“, formuliert Reiner Wolters von der BI. „Diesen klaren Auftrag haben die Wählerinnen und Wähler der Grafschaft Bentheim dem Kreistag nun erteilt.“ Nach dem Bürgervotum müsse die Eissporthalle in der bestehenden Größe schnellstmöglich saniert werden. Die BI will diesen Prozess „konstruktiv zu begleiten und kritisch beobachten“. Hinsichtlich möglicher Alternativen, die eine schnelle Aufnahme des Vereinssports gewährleisten, zeigt sich die Bürgerinitiative gesprächsbereit.

„Um den Schaden für den Eissport nicht noch größer werden zu lassen hält die Bürgerinitiative eine Übergangslösung für unbedingt erforderlich. Die dafür erforderliche Ausstattung ist in der Bestandshalle ja bereits fast vollständig vorhanden. Ein weiteres Spiel auf Zeit können sich die betroffenen Vereine, die seit fast zwei Jahren ihrem Sport nicht nachgehen konnten, einfach nicht leisten“, heißt es weiter.

Kein „Weiter so“

Trotzdem müsse ein vernünftiges Zukunftskonzept erstellt werden. „Dafür stehen wir, wenn gewünscht, mit Rat und Tat zur Seite. Ausdrücklich wünschen wir uns auch, dass Gegner und Kritiker in die Diskussionen mit einsteigen“, bietet die BI an. „Wirtschaftliche und ökologische Kritikpunkte müssen mit der Unterstützung kompetenter Experten ausgeräumt werden. Nur so kann ein dauerhafter Fortbestand des Eissports in der Grafschaft Bentheim gesichert werden.“ Ein „Weiter so“, vor allen Dingen beim erforderlichen Bauunterhalt, dürfe es aus Sicht der Bürgerinitiative nicht geben. Mittelfristig müsse die Eissporthalle „wirtschaftlich alle Möglichkeiten ausschöpfen, möglichst klimaverträglich sein und von den Nutzern her viele Alters- und Interessengruppen mit einbeziehen“. Der Breitensportaspekt müsse stärker betont werden, eine wirtschaftlich vertretbare Sommernutzung sei anzustreben und auch der Schul- und Vereinssport müsse intensiviert werden. „Das haben wir in den monatelang kontrovers geführten Gesprächen verstanden und nehmen es mit in weitere mögliche Gespräche“, so die BI.

Dank an die Grafschafter

„Wir bedanken uns bei den Grafschafterinnen und Grafschaftern für das große Vertrauen, dass sie in uns gesetzt haben. Dieser Verantwortung möchten wir gerecht werden. Möglich wurde dieses Resultat nur durch zahlreiche Unterstützer. Quer durch alle Parteien haben viele prominente Lokalpolitiker hinter uns gestanden, die ihrem Gewissen und nicht irgendwelchen Parteilinien gefolgt sind. Besondere Erwähnung verdient hier allerdings die Initiative Pro Grafschaft, die uns als einzige Kreistagsfraktion von Anfang an uneingeschränkt unterstützt hat. Geschäfte und Unternehmen in der gesamten Grafschaft haben unsere Banner und Plakate bereitwillig aufgehängt, obwohl diese während der Corona-Pandemie sicherlich andere Sorgen hatten. Die Solidarität unter den Grafschafter Sportvereinen war immens, der Slogan ,Sportler für Sportler‘ hat viele Aktive in den unterschiedlichsten Sportarten motiviert, für die Sanierung zu stimmen“, schreiben die BI-Initiatoren.

„David gegen Goliath“

Weiter heißt es: „Zum Schluss gilt der Dank den zahlreichen privaten Unterstützern aus dem Umfeld des Eissports und der Bürgerinitiative. Mit großem Engagement wurden von vielen Privatleuten Flyer verteilt, Banner und Plakate aufgehängt und unzählige Gespräche geführt. Dies ging in vielen Familien an die absolute Belastungsgrenze. Als Bürgerinitiative haben wir gemeinsam unermüdlich für unsere Sache gekämpft. In vielen persönlichen Gesprächen haben wir versucht, auch mächtige Widersacher zu überzeugen. Wir haben den Kampf ,David gegen Goliath‘ gemeinsam mit allen Unterstützern gewonnen, trotz aller Unkenrufe und Widerstände. Es ist uns gelungen, dass die Grafschafterinnen und Grafschafter sich mit uns solidarisch erklärt haben, auch wenn einige Hauptverwaltungsbeamte und Parteiführer versucht haben, einen Keil zwischen uns Grafschafter zu treiben. Dieser Versuch des Protektionismus und des Kirchturmdenkens ist Gott sei Dank gnadenlos gescheitert. Die Grafschaft steht nicht im Wettbewerb mit sich selbst, sondern im Wettbewerb mit anderen Landkreisen. Wir sollten gemeinsam daran arbeiten alle Teile unserer Grafschaft so attraktiv zu gestalten, dass wir diesen Zukunftswettbewerb gewinnen können. Jetzt wird kurz gefeiert und dann geht es für uns an die Arbeit.“