18.01.2022, 16:05 Uhr

Bürgerforum fordert neue Pfandbecher für Nordhorn

Mit der Initiative soll ein Zeichen für „eine saubere Stadt“ gesetzt werden. Foto: dpa

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Mit der Initiative soll ein Zeichen für „eine saubere Stadt“ gesetzt werden. Foto: dpa

Nordhorn „To-go-Becher sind zwar komfortabel, allerdings landen sie schon nach kurzer Zeit im Gebüsch, auf der Straße oder bestenfalls im Müll und können somit kaum recycelt werden“, meint das Bürgerforum Nordhorn (B!FN.

Im Jahr 2022 möchte die politische Initiative die Thematik Nachhaltigkeit in die politische und gesellschaftliche Diskussion in Nordhorn einbringen, um letztendlich dem Wegwerfen einen Riegel vorzuschieben. Das B!FN möchte ein Pfandsystem für Becher in der Stadt etablieren. „Andere Städte in Deutschland machen es bereits seit Jahren vor. Mit einem solchen System lässt sich sehr schnell eine relevante Menge Müll reduzieren, Energie sparen und die Umwelt schonen kann“, sagt B!FN-Mitglied Oliver Nuffer.

Fünf Dinge sind aus Sicht des Bürgerforums für ein Gelingen zwingend notwendig:

„1. Die Organisation muss einfach sein. Die Kunden müssen von VerkäuferInnen auf das Angebot angesprochen werden. Getränk bestellen - genießen - Becher zurückgeben. 2. Es muss möglich sein, ein Getränk mit Pfandbecher für ein oder zwei Euro an Punkt 1 zu kaufen, diesen später an Punkt 2 wieder abzugeben und dabei das Pfand zurückzuerhalten. 3. Es müssen möglichst alle Verkaufsstellen wie zum Beispiel Cafés und Bäckereien mitmachen. 4. Damit der Pfandbecher umweltfreundlich wird, muss er Dutzende Male wiederverwendet werden. 5. Das System muss wirtschaftlich sein.“

Ziel sollte es sein, dass sich eine nachhaltige Verantwortung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern entwickelt. Dieses müsse aus Sicht des B!FN von der Stadt Nordhorn mit einem Modellprojekt finanziell unterstützt und vorangetrieben werden, bis sich eine Eigendynamik entwickele. „Nach einer Testphase müssen die Ergebnisse evaluiert und Entscheidungen getroffen werden. Der Einweg-Becher steht jedoch nur stellvertretend für die Unmengen an Verpackungsmüll. Sollte sich das Pfandsystem durchsetzen, ist eine Erweiterung denkbar. Nach Meinung des Bürgerforums geht es nicht nur um Becher, sondern auch um allgemeine Behältnisse für Speisen wie auch um Pizzakartons. Auch kann darüber diskutiert werden, ob Nordhorn nicht eine Verpackungssteuer nach dem Modell aus Tübingen einführt, um die Verwendung der Leihbecher zu fördern und die Idee dauerhaft zu finanzieren“, so Nuffer weiter.

„Unser Anspruch muss sein, dass wir weniger Müll produzieren und gleichzeitig keine Lebensmittel mehr verschwenden. Zu viel Abfall und auch Lebensmittel landen täglich im Müll. Die Becher und Behältnisse sind kaum recycelbar und müssen verbrannt werden. Zudem kostet die Herstellung von Einweg-Bechern enorme Ressourcen wie Holz und Erdöl. Laut Deutscher Umwelthilfe müssen unter anderem jährlich tausende Bäume gefällt werden, um den Bedarf zu decken. Hierbei wird zusätzliche Energie verbraucht; zudem kommen Wasser und Chemikalien zum Einsatz. Dabei ist die Halbwertzeit eines Bechers beziehungsweise Behältnisses mit vielleicht einer Viertelstunde sehr gering. Mit dem Verzicht von Einweg-Bechern profitiert jedoch nicht nur die Umwelt. Auch Nordhorn als Stadt kommt dieser Verzicht zugute. Weniger Müll landet auf den Straßen oder im Gebüsch; dieses führt zu einem saubereren Stadtbild. Die reduzierten Abfallmengen führen zu sinkenden Entsorgungskosten. Nordhorn leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung und setzt zudem ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit und grünen Fortschritt. Ferner bietet das Pfandsystem sowohl den teilnehmenden Partnern als auch den Kundinnen und Kunden eine zeitgemäße und nachhaltige Alternative zum Wegwerfbecher. Alle können letztendlich ein Zeichen für umweltbewussten Kaffee-Genuss senden“, ergänzt der ehemalige Nordhorner Bürgermeisterkandidat und Mitgründer des B!FN, Christoph Meier.

Im Zusammenhang mit dem Thema Pfandbecher hat das B!FN folgende Idee. „Vielleicht ist es auch eine Überlegung wert, den Pfandbecher in einer eigenen Städte-Edition zu kreieren. Darauf zu sehen sind die Wahrzeichen der Stadt wie die Alte Kirche am Markt, der Nino-Hochbau, das Kloster, die Tierpark-Silhouette oder auch die Jantje. Diese „Nordhorn-Becher“ könnten dann gegen ein kleines Entgelt gekauft werden“, heißt es vonseiten der politischen Initiative.

„Das Bürgerforum ist sich sicher, dass die Bevölkerung sich mit der Idee des Pfandsystems anfreunden wird und der Vorschlag bei den Nordhornerinnen und Nordhornern Anklang findet. Zudem zählt das B!FN auf einen breiten Konsens bei den anderen Fraktionen im Stadtrat. Für eine weitergehende und tiefgründige Recherche beziehungsweise Umsetzung sieht das Bürgerforum die Experten und Fachleute am Zuge. Gerne bietet das B!FN dabei seine Unterstützung an“, so Meier abschließend.