07.02.2020, 15:19 Uhr

BTZ des Handwerks: Neues Erasmus-Programm für Azubis

Eine gute Nachricht kommt aus dem Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) des Handwerks am Coesfelder Hof in Nordhorn: Auslandspraktika von Auszubildenden können mit EU-Geldern gefördert werden. Der Aufwand für die Antragstellung ist dabei gering.

Das BTZ in Nordhorn vergibt seit 2019  im Rahmen des Programms Erasmus+ der Europäischen Union bundesweit Fördermittel an Auszubildende aller Berufe. Foto: Westdörp

Das BTZ in Nordhorn vergibt seit 2019 im Rahmen des Programms Erasmus+ der Europäischen Union bundesweit Fördermittel an Auszubildende aller Berufe. Foto: Westdörp

Nordhorn An Hochschulen und Universitäten sind Erasmus+-Auslandssemester mittlerweile fest etabliert. Etwa ein Drittel aller Studentinnen und Studenten verbringt einen Teil ihres Studiums im Ausland. Auslandsaufenthalte werden von denen, die sie absolvieren, meist als sowohl fachlich wie auch persönlich sehr bereichernd empfunden. Was dabei kaum jemand weiß ist, dass die Europäische Union auch EU-Auslandsaufenthalte von Auszubildenden finanziell unterstützt.

Die Europäische Union verfolgt mit dem Programm Erasmus+ das Ziel, die Völkerverständigung zu fördern. Bis zum Jahr 2019 konnten europaweit mehr als zehn Millionen Menschen vom Programm und seinem Vorgängerprogramm profitieren. Das Budget wurde für das Jahr 2020 um zwölf Prozent auf über drei Milliarden Euro erhöht. Dies macht den Stellenwert des Förderprogramms für die europäische Integration deutlich.

Für viele Unternehmen im Emsland und der Grafschaft Bentheim wird es zunehmend schwieriger, die eigenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Auslandspraktika sind für Unternehmen eine gute Möglichkeit, die eigene Attraktivität für junge Menschen zu erhöhen. Sie eignen sich zum Beispiel als regulär angebotene Option während der Ausbildungszeit oder als „Belohnung“ für Auszubildende mit herausragenden Leistungen.

Für Azubis ist ein Auslandspraktikum eine tolle Gelegenheit zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung. Das gilt insbesondere für europa- und weltweit tätige Unternehmen und Auszubildende in Berufen mit internationaler Ausrichtung (zum Beispiel Europa-Kaufmann/frau). Grundsätzlich kann aber jeder Auszubildende von einem Auslandspraktikum profitieren. Auslandspraktika stärken die interkulturelle Kompetenz, die Fremdsprachenkenntnisse, die Organisationsfähigkeit und das Selbstbewusstsein. Alle Absolventen erhalten zudem einen Europass-Mobilität, der den Auslandsaufenthalt für spätere Bewerbungen bescheinigt.

Seit dem Jahr 2019 vergibt das Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) des Handwerks in Nordhorn im Rahmen des Programms Erasmus+ der Europäischen Union bundesweit Fördermittel an Auszubildende aller Berufe. Die finanzielle Unterstützung ist dabei in der Regel ausreichend, um sowohl Reise als auch Unterkunftskosten im jeweiligen EU-Land zu decken. Der bürokratische Aufwand bei der Antragstellung ist gering und wird zum größten Teil von den Auszubildenden selbst erledigt.

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