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28.06.2019, 22:00 Uhr

Blick in die Geschichte der Samtgemeinde Emlichheim

Unter der Rubrik „Blick in die Geschichte“ wird hier die Bedeutung der Kartoffel für die wirtschaftliche Entwicklung Emlichheims beschrieben.

Die Bedeutung der Emslandstärke für Emlichheim macht auch der Besuch hochrangiger Politiker wie dem niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers und seinem Parteifreund Mike Mohring, Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU in Thüringen, deutlich. Foto: GN-Archiv

Die Bedeutung der Emslandstärke für Emlichheim macht auch der Besuch hochrangiger Politiker wie dem niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers und seinem Parteifreund Mike Mohring, Fraktions- und Landesvorsitzender der CDU in Thüringen, deutlich. Foto: GN-Archiv

Kartoffeln spielen eine große Rolle für die Wirtschaft in der Samtgemeinde Emlichheim. Dafür steht seit vielen Jahren die Firma Emslandstärke. Das war aber nicht immer so. Wie im Grafschafter Heimatkalender von 1932 nachzulesen ist, hatte in Emlichheim ab 1871 ein starkes Bevölkerungswachstum eingesetzt. Mit problematischen Folgen: Es gab keine ausreichenden Möglichkeiten für eine lohnende Beschäftigung.

Ein wenig Hoffnung brachte im Jahre 1913 die Ansiedlung der Dachpappenfabrik Dreisen & Co. Erhöhte Zölle auf Rohstoffe aus den benachbarten Niederlanden brachten aber schon 12 Jahre später das Aus. Der nächste Hoffnungsschimmer kam mit der Errichtung einer Kartoffelmehlfabrik im Jahre 1927. Doch schnell traf auch dieses Werk ein harter Schlag. Der Kartoffelzoll wurde um zwei Mark heraufgesetzt, mit der Folge, dass die Fabrik auf preiswerte Kartoffeln aus den Niederlanden verzichten musste.

Jetzt wurden im Gegensatz zur Dachpappenfabrik alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Kartoffelmehlfabrik wieder in Gang zu bringen. Eine wichtige Maßnahme war die Umwandlung von Ödland in Kulturland. Im Text des Heimatkalenders heisst es: „Die Vergrößerung der Ackerflächen und die in Gang befindliche Umstellung im Fruchtbau berechtigten zu der Hoffnung, dass das Werk in betreff des Rohstoffbezugs schon in absehbarer Zeit vom Ausland unabhängig wird.“ Trotz aller Maßnahmen bleibt aber im Jahre 1927 die Notwendigkeit, den Kartoffelzoll zu senken, um das Werk vor der Schließung zu bewahren.

Heute haben die Kartoffeln und vor allem ihre Produzenten in Verbindung mit der 1928 gegründeten Emsland-Stärke, die aus Kartoffelstärke unterschiedlichste Produkte zu generieren in der Lage ist, eine bessere Situation. Das Unternehmen firmiert heute unter dem Namen Emsland Group. Die Emsland-Stärke GmbH als Hauptunternehmen der Emsland Group verfügt in Emlichheim über Europas größte kartoffelverarbeitende Stärkefabrik. Insgesamt sind über 1200 Mitarbeiter beschäftigt, der Jahresumsatz beträgt circa 600 Millionen Euro.

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