01.11.2019, 11:30 Uhr

Beim Baumfällen auf den Schutz der Fledermäuse achten

Am 1. Oktober hat die Baumfäll- und Baumpflegesaison begonnen. Damit keine Fledermäuse zu Schaden kommen, bittet die Kreisgruppe des BUND um Beachtung von Hinweisen zum Fledermausschutz bei Baumfällungen, Pflegemaßnahmen und zum Betreiben von Kaminen.

Diese Fledermaus hat bei einer Baumfällaktion Verletzungen am Unterarm und im Gesicht erlitten. Foto: BUND Grafschaft Bentheim

Diese Fledermaus hat bei einer Baumfällaktion Verletzungen am Unterarm und im Gesicht erlitten. Foto: BUND Grafschaft Bentheim

Baumfällungen stellen für baumbewohnende Fledermausarten die größte Gefahr dar, so Walter Oppel vom BUND. Fledermäuse senken ihre Körpertemperatur beim Schlafen ab, deshalb können sie bei Gefahr nicht einfach wegfliegen wie ein Vogel. Sie brauchen fünf bis zehn Minuten, bevor sie ihren Körper auf Flugtemperatur gebracht haben, im Winterschlaf sogar noch länger. Somit haben sie keine Chance, bei einer Baumfällung zu entfliehen. Oft werden Tiere lebendig zersägt, Splitter dringen tief in ihre Körper, es kommt zu Quetschungen und Knochenbrüchen. Wenn nicht sofort fachkundige Hilfe vor Ort ist, können bei einer Baumfällung Hunderte von Fledermäusen zu Tode kommen.

Deshalb bittet der BUND: Bevor ein Baum gefällt wird, sollte dieser fachkundig auf Höhlen und diese mit einem Endoskop auf Fledermäuse untersucht werden.

Gleiches gilt auch für größere Baumpflegemaßnahmen, weil sich in dickeren Ästen Hohlräume befinden können, die von Fledermäusen bewohnt werden.

Fledermäuse können ebenfalls in Rindenspalten schlafen, daher sollten auch Rindenspalten untersucht werden. Wichtig zu wissen ist auch, dass selbst große Arten wie der Große Abendsegler bereits in sehr dünnen Bäumen ein Quartier finden können.

Steht man von der Entscheidung, einen Baum zu fällen, sollte man beachten, dass man einen alten Baum nicht einfach durch einen neuen ersetzen kann. Bis ein junger Baum einen adäquaten Quartierersatz für zahlreiche Tierarten, unter anderem die Fledermaus darstellt, vergehen mehrere Jahrzehnte.

Generell sollte also versucht werden, alte Bäume als Quartiere für Fledermäuse zu erhalten.

Die Erhaltung und die Schaffung von Quartieren ist eine der wichtigsten Aufgaben beim Schutz von Fledermauspopulationen. Auch sollte beachtet werden, dass künstliche Fledermaussommerquartiere keinen Ersatz für natürliche Quartiere darstellen, sondern lediglich als Ergänzung dienen. Der Erhalt natürlicher Quartiere ist weiterhin von großer Bedeutung!

Viele Fledermäuse suchen zur kalten Jahreszeit die vom Schornstein abgestrahlte Wärme. Leider führt die Suche nach dem warmen Versteck manchmal in das glatte Ofenrohr, das kein Hochklettern ermöglicht und zur Todesfalle wird. Die Tiere fallen hinein und verbrennen qualvoll.

Durch Anbringen eines zugelassenen dicht anliegenden Gitters über der Schornsteinöffnung kann man nicht nur Fledermäuse, sondern auch Vögel schützen. Größer als fünf bis zehn Millimeter sollte die Maschenweite allerdings nicht sein, sonst fallen Zwergfledermäuse durch. Sicherlich kann ein Schornsteinfeger beim Einbau beraten und helfen. Zudem sollte man öfter im Kamin nachschauen, ob eine Fledermaus hineingeraten ist!

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