13.10.2021, 16:00 Uhr

BBS setzt auf moderne Technik und investiert in Drohne

Schüler (Von links) Kiki Huisken, Janek Wigger, Hendrik Kamerhuis, Nico Otten und Berthold Grote Hölmann, der Schulleiter der Berufsbildenden Schulen Nordhorn, Heinrich Marheineke, Fachpraxislehrer Jürgen Gravelmann und Referendar Jörn Lübben beim Praxisversuch. Foto: VEL

Schüler (Von links) Kiki Huisken, Janek Wigger, Hendrik Kamerhuis, Nico Otten und Berthold Grote Hölmann, der Schulleiter der Berufsbildenden Schulen Nordhorn, Heinrich Marheineke, Fachpraxislehrer Jürgen Gravelmann und Referendar Jörn Lübben beim Praxisversuch. Foto: VEL

Nordhorn Schülerinnen, Schüler und Auszubildende aus dem Agrarsektor der Berufsbildenden Schulen Nordhorns beschäftigen sich im Rahmen eines freiwilligen Seminars mit der Technik und dem Umgang mit einer Drohne.

„Die Einsatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft sind vielfältig“, weiß Referendar Jörn Lübben. So können durch die hochauflösende Kamera Flur- und Schlagbesonderheiten, wie defekte Drainagen oder unterschiedliche Boden- und Pflanzenbedingungen aufgespürt und bei der Arbeitsplanung berücksichtigt werden. „Auch außerhalb der Landwirtschaft kann die Drohne zum Einsatz kommen. Es ist gut möglich, dass Drohnen bald bei der Bekämpfung von Eichenprozessionsspinnern oder zur Unkrautbekämpfung in Pflanzenbeständen eingesetzt werden“, führt der angehende Lehrer weiter aus. Er erklärt, wie bereits heute in asiatischen Ländern Drohnen zur unbemannten Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. „Die strengen gesetzlichen Regelungen erlauben einen solchen Einsatz in Deutschland aktuell jedoch nicht“, so Lübben weiter.

Die Schüler haben ebenfalls schon Erfahrung mit der modernen Flugtechnik gesammelt. So berichtet Nico Otten von 21 Rehkitzen, die er in diesem Frühjahr mit der Hilfe einer Wärmebilddrohne vor dem Mähtod gerettet hat. „Das ist eine interessante Technik, die in Zukunft mit Sicherheit noch öfter zum Einsatz kommt“, erzählt der Schüler. Schulleiter Heinrich Marheineke ist begeistert und möchte das Thema in den Lehrplan mit aufnehmen. „Wir müssen neue Techniken im Blick haben und möchten die Lernenden stets aktuell auf die Zukunft vorbereiten“, erklärt er. Schon vor zwei Jahren wurde die Anschaffung einer Drohne für die Schule beantragt. „In diesem Jahr hat es endlich geklappt und wir können das Thema im Unterricht aufgreifen“, so Marheineke.

Nach dem ausführlichen Theorieteil geht es rauf aufs Feld. Die Fachschüler sollen einschätzen, ob das Maisfeld, vor dem sie stehen, gut gewachsen ist und ob sie den Mais beispielsweise als Futter für ihre Tiere oder für die Biogasanlage kaufen würden. Sie sind sich einig: „Von außen betrachtet sehen die Pflanzen gut aus“. Die Drohne steigt in die Luft, die Auszubildenden werten die Bilder aus und stellen fest: Das Feld weist einige leere Stellen auf, an denen kein Mais gewachsen ist, beziehungsweise. an dem die Pflanzen nur sehr klein sind. „In diesem Fall kann euch die Drohne die Kaufentscheidung erleichtern oder zumindest bei der Preisfindung unterstützen“, erklärt Lübben den Teilnehmern. „Ich glaube, dass die Technik eine Chance für die Landwirtschaft im Allgemeinen, wie beispielsweise bei der Rehkitzrettung, ist, aber auch für die Landwirte privat sehr sinnvoll sein wird. Wir vom Kollegium im Fachbereich Agrarwirtschaft hoffen, dass wir viele Schüler für die neue Technik begeistern können und dass viele von ihnen einen Drohnenführerschein machen werden“, schließt Lübben ab.

Ems-Vechte