28.04.2021, 12:40 Uhr

Bau des Feuerwehrhauses in Laar beginnt

Zwei einzelne Spaten ersetzen das Treffen zum offiziellen Spatenstich. Foto: Samtgemeinde Emlichheim

Zwei einzelne Spaten ersetzen das Treffen zum offiziellen Spatenstich. Foto: Samtgemeinde Emlichheim

Emlichheim Anders als sonst bei öffentlichen Bauprojekten üblich, beginnt der Neubau des Feuerwehrhauses in Laar ohne den symbolischen Spatenstich. Der war eigentlich für den letzten Dienstag im April geplant, doch aufrund der hohen Coronazahlen in der Samtgemeinde Emlichheim, hat Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters entschieden, auf das Treffen der offiziellen Vertreter der beteiligten Akteure zu verzichten. Stattdessen stehen lediglich zwei einsame Spaten auf dem Grundstück, um Zeugnis für den Beginn des für die noch junge Feuerwehr so wichtigen Projektes abzulegen.

„Die Entstehung der Ortsfeuerwehr in Laar geht auf den Brandschutzbedarfsplan der Samtgemeinde Emlichheim vor zehn Jahren zurück“, erläutert die Samtgemeinde Emlichheim in einem Schreiben an die GN. „Darin wurde deutlich, dass der Brandschutz in Laar nicht ausreichend über die bestehenden Wehren sicherzustellen war“, heißt es weiter. Nach erfolgreicher Anwerbung von Mitgliedern und einer mehrjährigen Ausbildungsphase wurde die Ortsfeuerwehr Laar mit 25 Kameraden am 1. Januar 2018 offiziell gegründet. Mittlerweile gehören drei Fahrzeuge zum Fuhrpark der ehrenamtlich geführten Wehr. Was dem inzwischen auf 31 Personen gewachsenen Team noch fehlt, ist ein Feuerwehrgerätehaus. Bisher sind Räumlichkeiten für Mitglieder und Fahrzeuge als Interimslösung an unterschiedlichen Orten untergebracht. Das soll sich nun ändern.

Idealer Standort

„Auf dem rund 3200 Quadratmeter großen Grundstück an der Hauptstraße entsteht ein modernes Feuerwehrgerätehaus“, sagt Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters. Sie dankt der Gemeinde Laar, die das Grundstück der Samtgemeinde für diesen Zweck unentgeltlich zur Verfügung stellt. Das Grundstück gehört derzeit noch der reformierten Kirchengemeinde Laar. „Wir freuen uns sehr, dass die Kirchengemeinde bereit war, das Grundstück vorläufig im Rahmen eines Erbbaurechts der Gemeinde hierfür zu überlassen“, erklärt Bürgermeister Gerhard Trüün. Gemeinsam mit Gemeindedirektor Ansgar Duling und Jan Meyer, als Sprecher der Kirchengemeinde und zugleich Feuerwehrmann, ist sich Trüün einig, dass es kaum einen besseren Standort für die Feuerwehr geben könnte. „Von dort aus können die Fahrzeuge schnell in die nahen Wohn- und Gewerbegebiete sowie in den Europark gelangen“, nennt Trüün einen der Vorteile.

Freude über Baubeginn

Die zentrale Lage des Grundstückes ist auch nach Meinung von Gemeindebrandmeister Daniel Loehrke „optimal“ und entspricht den Empfehlungen des Brandschutzbedarfsplans. „Dass diese Maßnahme in so kurzer Zeit möglich wurde, ist das Ergebnis sowohl von verantwortlichem Handeln von Politik und Verwaltung sowie der sehr engagierten ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder in Laar“, lobt Loehrke und nennt das Projekt einen „weiteren Meilenstein einer der jüngsten Feuerwehren der Grafschaft“.

Auch Ortsbrandmeister Henk Hesselink freut sich, „dass es nun endlich losgeht“ und die Kameraden nun täglich an der Baustelle sehen können, „wie das neue Zuhause der Feuerwehr wächst“. Schon im Vorfeld der Planungen hatte sich die Feuerwehr intensiv eingebracht und will auch im weiteren Verlauf mit Eigenleistungen unterstützen. Nun hoffen alle Beteiligten auf einen reibungslosen Bauverlauf.

Fertigstellung gegen Ende des Jahres

Im Rathaus zeichnet Bauingenieur Harald Eggengoor für die Planung verantwortlich. Er sagt: „Wenn alles so klappt wie geplant, kann die Mannschaft das Feuerwehrgerätehaus zu Weihnachten beziehen.“ Hesselink als Ortsbrandmeister fügt scherzhaft hinzu: „Das einzige, was dann dort brennt, sind hoffentlich nur die Lichter am Weihnachtsbaum“.

Die Genehmigungs- und Ausführungsplanung liegt in den Händen des Planungsbüros Klever und Bangen aus Uelsen. Für den Rohbau, das Hauptgewerk, hat das Bauunternehmen Stegink aus Emlichheim den Zuschlag bekommen.

„Tolles Team“

Drei Feuerwehrfahrzeuge können nach Fertigstellung in dem Gebäude untergestellt werden. In dem rund 500 Quadratmeter großen Gerätehaus werden weiterhin eine Werkstatt mit Magazin, ein Technikraum, ein Büro sowie Umkleide- und Sanitärräume und ein Schulungsraum entstehen. Umkleide- und Sanitärräume sind nach Geschlechtern getrennt. Stolz ist man in der von 30 Männern dominierten Truppe, dass eine Feuerwehrfrau in ihrer Mitte ist. „Wer weiß, vielleicht überzeugt der neue Standort noch die eine oder andere Kandidatin, Teil dieses tollen Teams zu werden“, merkt Kösters an.

Rund 850.000 Euro kostet der Neubau des Feuerwehrgebäudes einschließlich Außenanlagen. Die Nebenkosten, unter anderem für Planungs- und Fachingenieursleistungen, diverse Gutachten und die im Vorfeld geforderte archäologische Untersuchung belaufen sich auf weitere 110.000 Euro.

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