26.03.2021, 11:40 Uhr

Bad Bentheim erneut als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet

In Bad Bentheim nimmt das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert ein. Archivfoto: Hausfeld

In Bad Bentheim nimmt das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert ein. Archivfoto: Hausfeld

Bad Bentheim Bad Bentheim erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der „Fairtrade Towns“-Kampagne und behält den Titel „Fairtrade-Stadt für weitere zwei Jahre. Die fünf Kriterien sind der grundlegende Ratsbeschluss, der Fortbestand einer Steuerungsgruppe, das örtliche Angebot fair gehandelter Produkte, Bildungsaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit. 2019 hat die Stadt die Auszeichnung zum ersten Mal erhalten. Seitdem baut die Stadt gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsgruppe ihr Engagement kontinuierlich aus.

Fairer Handel etabliert sich

Bürgermeister Dr. Volker Pannen freut sich über die Verlängerung des Titels. „Das Bewusstsein für die Bedeutung des fairen Handels als eines wichtigen Teils unserer örtlichen Verantwortung für Lebensbedingungen in fernen Ländern ist stark gewachsen“, sagt er. Damit verbunden sei die selbstkritische Überprüfung auch anderer Verhaltensweisen vor Ort. Bürgermeister und Stadtrat werden in diesem Vorhaben unterstützt durch Olesa Schleicher-Deis, Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik. Sie organisiert gemeinsam mit der Bad Bentheimer Nachhaltigkeitsgruppe vielfältige Aktivitäten. „So werden in Geschäften und gastronomischen Betrieben mittlerweile wie selbstverständlich Produkte aus fairem Handel angeboten, gezielte Bildungsangebote verbreiten den Gedanken des fairen Handels, und die lokalen Medien berichten über alle Aktivitäten vor Ort“, heißt es aus dem Bad Bentheimer Rathaus.

Begleitende Aktionen

Die Aktionspalette reicht von „Street Cooking“ auf dem Wochenmarkt bis zum „Banana Fairday“ mit Realschülern als Botschaftern des fairen Handels. „Heißer Kakao mit Milch von einem Bad Bentheimer Bauernhof und fair gehandelter Schokolade dürfen auf den Gildehauser Weihnachtsmärkten nicht mehr fehlen“, berichtet Schleicher-Deis und zählt weitere Aktivitäten auf. „,Fair Flowers“‘Aktionen bereicherten Veranstaltungen zu den internationalen Weltfrauentagen 2019 und 2020. Auch eine Kleidertauschparty, ,Faire Regio-Touren‘, eine Kaffeeverkostung und ein faires Frühstück mit Landrat Uwe Fietzek sowie diverse Filmabende zeugen von den beeindruckenden Aktivitäten der Nachhaltigkeitsgruppe.“

Übersicht durch Online-Plattform

Auch wenn dieses Engagement derzeit pandemiebedingt gebremst wird, „der Verkauf von Fairtrade-Produkten aus dem ,Bollerwagen‘ der katholischen Kirchengemeinde, das faire Angebot im Bioladen ,Kornmühle‘ oder der Ausschank fair gehandelten Kaffees im Badepark Bentheim sind nicht mehr wegzudenken“, ist die Koordinatorin überzeugt.

Um die Verkaufsorte fair gehandelter Produkte für Verbraucher sichtbar zu machen, wird laut Schleicher-Deis zurzeit an einer Online-Plattform gearbeitet. „Zu dieser Online-Variante entsteht parallel ein öko-fairer Einkaufsleitfaden, der ,FAiRführer‘, als Flyer. Und die Beschäftigten der Tourist-Information nahmen wie selbstverständlich den fairen Handel in ihre jüngste Imagebroschüre auf“, freut sich Schleicher-Deis.

Rat gibt Rückendeckung

Die Stadt hat die öko-faire Beschaffung mittlerweile strukturell verankert. In zwei Ratsbeschlüssen bekennt sie sich zur Berücksichtigung sozialer Kriterien in der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen. „Produkte wie Kaffee, Tee, Orangensaft, Blumen, Textilien und Natursteine werden in Bad Bentheim fair beschafft. Ebenso werden weitere Produktgruppen wie Reinigungsmittel, Büromaterial oder Büromöbel aus ressourcenschonender Herstellung eingekauft“, beschreibt Olesa Schleicher-Deis das Bad Bentheimer Engagement.

Projekte in Planung

Für die kommenden zwei Jahre sind bereits verschiedene Aktionen in Planung, darunter die Ausstellung „Fit for Fair“, eine weitere „Faire Fahrradtour“ anlässlich des siebten Bad Bentheimer Stadtradelns und Vernetzungstreffen mit regionalen Akteuren. Ferner soll die Zusammenarbeit mit örtlichen Unternehmen, Vereinen und Bildungsträgern verstärkt werden. „So sind Fragen der fairen Beschaffung wichtiger Bestandteil des für den Sommer geplanten Wettbewerbs ,Nachhaltiges Unternehmen‘“, präzisiert Schleicher-Deis.

„Wir verstehen die wiederholte Auszeichnung zur Fairtrade-Stadt als Aufforderung zu weiterführendem Engagement“, sagt Meike Werner als Sprecherin stellvertretend für die Mitglieder der Bad Bentheimer Nachhaltigkeitsgruppe.

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