Grafschafter Nachrichten
27.04.2021

Austausch zum Thema Pflege in Bad Bentheim

Austausch zum Thema Pflege in Bad Bentheim

Die Betreuung zum Beispiel älterer Menschen bedarf nicht nur in Corona-Zeiten neuer Formen der Organisation und Kommunikation. Foto: dpa

Bad Bentheim Zu Zeiten von Corona fällt es besonders schwer, Menschen an einen gemeinsamen Tisch zu bringen. Dennoch ist es in Bad Bentheim gelungen, mit an der Pflege beteiligten Akteuren in den gemeinsamen Austausch zu treten. Dazu wurden neben den Geschäftsführern zweier Pflegeeinrichtungen vor Ort der Seniorenbeirat, der Beirat der Menschen mit Behinderungen der Stadt Bad Bentheim und weitere Akteure aus der Praxis eingeladen. „Ziel des Pflegetisches als Instrument der Vernetzung ist es, einen Überblick der pflegerischen Versorgungssituation in der Stadt zu erhalten, um hier gegebenenfalls nachsteuern zu können“, erklärt Bad Bentheims Bürgermeister Dr. Volker Pannen, der zu einer digitalen Netzwerk-Veranstaltung eingeladen hatte, und das Vorhaben der Pflegetische erläuterte. Diese regionalen Netzwerke können jährlich über die Pflegekassen gefördert werden und wurden in der Grafschaft Bentheim über die Arbeitsgemeinschaft Pflege (AGP) mit der Koordinatorin Elisabeth Eistrup beantragt.

Ein Thema, welches viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch Anbieter bewegt, sind die sogenannten „niederschwelligen Angebote“. Diese alltagsunterstützenden Maßnahmen, wie beispielsweise Serviceleistungen im Haushalt oder Betreuungsdienste, sichern oftmals den Verbleib in der Häuslichkeit bei einer beginnenden oder zukünftigen Pflegebedürftigkeit der Menschen. Die Inanspruchnahme dieser Angebote kann über die sogenannten Betreuungs- und Entlastungsleistungen der Pflegekassen bezahlt werden. „Tatsächlich wissen viele Menschen gar nicht, was Ihnen zusteht und wie die Wege der Beantragung sind“, berichtet Christine Deters aus ihrer täglichen Arbeit als Case-Managerin des Regionalen Pflegekompetenzzentrums (ReKo), die Betroffene bei der Organisation von Hilfeleistungen unterstützt. „Aber auch wenn die Leistungen bei den Pflegekassen abgerufen werden, ist es schwierig, einen Anbieter zu finden“, bestätigt auch Lars Kerperin, Pflegedienstleiter beim DRK. Schließlich können diese Leistungen lediglich mit einem anerkannten Leistungsanbieter direkt abgewickelt werden. „Allerdings gibt es Möglichkeiten, insbesondere im Bereich des Ehrenamtes, diese Anerkennung als Träger zu bekommen“, motiviert Hanna Reurik vom Landkreis Grafschaft Bentheim, die den Weg der Anerkennung in der Vergangenheit bereits begleitet hat.

„Neben dem Input zu den niedrigschwelligen Angeboten bewegt auch das Thema Wohnen, sowohl die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Veranstaltung als auch die auf Hilfe angewiesen Menschen“, bekräftigte Erika Schneider vom städtischen Beirat für Menschen mit Behinderungen. Daher fügte sich der Beitrag von Bernd Wilmink, Geschäftsführer des Hofs Mühlenvenn, gewinnbringend in die Veranstaltung ein, als er das geplante Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung vorstellte. Hier handelt es sich um ein Wohnangebot für insgesamt 24 Personen, das an der Funkenstiege in Bad Bentheim entstehen wird. „Natürlich muss beim Thema Wohnen zunächst an Wohnraumberatung und Wohnraumanpassungen in den eigenen vier Wänden gedacht werden. Auch hier ist der Bedarf nach Beratung und der Wunsch älterer Menschen nach Unterstützung vorhanden“, so Thorsten Schütz vom Seniorenbeirat Bad Bentheim.

Die Veranstaltung zeigt: An runden Tischen mit Pflegeakteuren entsteht ein Stimmungsbild über Versorgungsbedarfe, Versorgungslücken und auch Potenziale. So steht auch die bedarfsgerechte Versorgung der Bürgerinnen und Bürger auch beim nächsten Zusammentreffen im erweiterten Teilnehmerkreis im Zentrum. Denn der gemeinsame Tenor aller an dem Gedankenaustausch Beteiligten ist, die Pflegetische in den Kommunen zu etablieren.

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