27.04.2019, 17:00 Uhr

Ausstellung über Carl von Ossietzky in Esterwegen

Held, Landesverräter, Kämpfer für den Frieden, Mitzerstörer der Republik, Opfer, Märtyrer, Kommunist, Demokrat – das sind nur einige der Bezeichnungen, mit denen Carl von Ossietzky (1889 – 1938) bedacht wurde.

In der Gedenkstätte Esterwegen wird die Ausstellung am Sonntag, 28. April, eröffnet. Foto: privat

© Münchow, Manfred

In der Gedenkstätte Esterwegen wird die Ausstellung am Sonntag, 28. April, eröffnet. Foto: privat

Ossietzky, dem überzeugten Demokraten und Pazifisten, widmet sich die Wanderausstellung, die ab Sonntag, 28. April, in der Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, in Esterwegen zu sehen sein wird. Sie trägt den Titel „Ich füge mich nicht, ich demonstriere […] – Leben und Wirken von Carl von Ossietzky“. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung erfolgt durch Dr. Andrea Kaltofen, Geschäftsführerin der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, und Hermann Vinke, Rundfunkjournalist und Buchautor, um 15 Uhr.

Ossietzky hat im Lauf der Zeit viele Formen der Deutung und Bedeutung erfahren. In der von Alexandra Otten im Auftrag der Universitätsbibliothek Oldenburg neu kuratierten Ausstellung werden verschiedene Bilder von und Interpretationen über Ossietzky gezeigt. Sie haben nicht zuletzt im langwierigen Namensgebungsstreit der Universität Oldenburg eine wichtige Rolle gespielt. Anhand zahlreicher Originaldokumente aus seinem Nachlass, darunter Briefe, Manuskripte und Fotografien, wird sein Leben und Wirken verdeutlicht.

Als Chefredakteur der linksdemokratischen Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“ hat Ossietzky nahezu jedes politische Thema aufgegriffen. Dazu gehörte auch seine Einschätzung der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung, vor deren Gefahren er früh warnte. So verwundert es nicht, dass er kurz nach Hitlers Machtantritt verhaftet und ins Konzentrationslager Esterwegen interniert wurde. Als die Welt davon erfuhr und ihm 1936 nach einer großen Aufklärungskampagne in Amerika und Europa der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde, durfte er das KZ verlassen. Die Auszeichnung konnte er nicht entgegennehmen. Er lebte nach seiner Haftentlassung mit seiner Frau – ständig bewacht von der Gestapo - in einem kleinen Berliner Sanatorium, wo er 1938 an den Haftfolgen starb.

Die Ausstellung wird bis zum 1. September in der Gedenkstätte zu den Öffnungszeiten (dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr) gezeigt. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen unter www.gedenkstaette-esterwegen.de