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13.08.2020, 14:07 Uhr

Außergewöhnliche Künstlerresidenz am Kloster Bentlage

Markus Stockhausen bietet eine Klangmeditation an. Foto: privat

Markus Stockhausen bietet eine Klangmeditation an. Foto: privat

Rheine Ende Juli startete am Kloster Bentlage ein höchst eigenwilliges Kunstprojekt. Der niederländische Künstler Ole Nieling hat auf dem Paddock des Klosters eine einfache Hütte aus Ästen und Brettern gezimmert, die für die kommenden Wochen als Künstlerresidenz dient. Fünf Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und den Niederlanden wurden eingeladen, hier jeweils eine Woche zu verbringen. Maler, Licht- und Medienkünstler, Performer und Musiker – es sind eigentlich alle Kunstsparten vertreten. Anfang des kommenden Jahres werden die hier entstandenen Arbeiten in einer eigenen Ausstellung zu sehen sein.

Nieling hatte selbst 2016 in den Bergen von Norwegen eine solche Hütte – norwegisch „Skauhytt“ – gebaut und dort sechs Monate lang unter einfachsten Bedingungen gelebt. Er hat die Stille gesucht (und gefunden), ein Leben jenseits von Elektrizität, fließend Wasser und sozialen Kontakten erprobt und die eigenen Grenzen ausgelotet.Selbstverständlich ist man auf dem Paddock am Kloster Bentlage nicht fernab von jeder Zivilisation. Es ist vielmehr eine kleine archaische Insel, die in einer Zeitblase ohne die Errungenschaften der modernen Gesellschaften schwebt. Den Residenzkünstlern steht es frei, auf dieser Insel zu bleiben, sich für ein paar Tage hier zurückzuziehen, oder auch den Kontakt nach außen zu suchen. Passanten und Besucher können als Zaungäste mit respektvollem Abstand einen Blick in die Zeitblase werfen und ein wenig Anteil am Geschehen nehmen.

Möglich gemacht wird diese Hüttenresidenz durch das grenzüberschreitende Programm „taNDem“. Gefördert durch Mittel aus dem INTERREG V A-Programm Deutschland-Nederland setzen deutsch-niederländische Tandems Kunst- und Kulturprojekte aller Art in der Euregio um. 2020 wurden diese Projekte unter dem Jahresthema „paradijs/Paradies“ gebündelt.

Den Anfang im Bentlager Paradies hat Jeroen Jongeleen gemacht. Der Künstler aus Rotterdam ist in den Niederlanden für allerlei anarchische Kunstinterventionen bekannt. Es gibt aber auch eine stillere Seite seiner Arbeit. Um darzustellen, wie viel Mühe im Schaffensprozess einer einzelnen Arbeit steckt, hat Jeroen angefangen zu joggen. Er begann mit einem Marathon, dann mehrere hintereinander, solange bis er dadurch einen Pfad in die Landschaft zeichnen konnte. So werden ihn Besucher am Kloster auch wahrgenommen haben: im Kreis um die Hütte laufend, wo jetzt ein akkurater Zirkel in den Boden gejoggt ist.

Ab diesem Wochenende bewohnt der Musiker Markus Stockhausen die Skauhytt. Er wird die Zeit nutzen, sich ganz auf sich und seine Musik zu konzentrieren. Außerdem wird er von Sonntag, 16. August, bis Donnerstag, 20. August, täglich von 17 bis 18 Uhr im Festsaal des Kloster Bentlage eine Klangmeditation anbieten. In intimem Rahmen – es können für diese Veranstaltung nicht mehr als 10 Besucher in den Festsaal – wird Stockhausen Flügelhorn solo spielen und am Klavier begleitend zum Mittönen einladen. Eine telefonische Reservierung unter 05971 918481 ist angeraten; solange noch Plätze frei sind, kann man hier aber auch spontan einen Moment innehalten und Kraft tanken.

Weitere Informationen zum Projekt auf www.skauhytt.de und auf www.tandemkunst.eu

Künstlerresidenz des niederländischen Künstlers Ole Nieling. Foto: Kloster Bentlage

Künstlerresidenz des niederländischen Künstlers Ole Nieling. Foto: Kloster Bentlage

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