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02.10.2019, 23:00 Uhr

Arbeitskräftemangel als große Herausforderung

Der Arbeitskräftemangel wird deutlicher. Es ist ein schleichender Prozess, der einige Berufsfelder früher, andere später erreicht. Die Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Albert Stegemann sowie der künftige Landrat Marc Burgdorf informierten sich.

Arbeitskräftemangel als große Herausforderung

Tauschten sich über aktuelle Themen des Wirtschaftsverbandes aus, v.l. Gitta Connemann, Albert Stegemann, Mechtild Weßling, Ulrich Boll, Mar-André Burgdorf. Foto: Wirtschaftsverband Emsland

Insbesondere die Alten- und Krankenpflege sowie die gewerblich-technischen Branchen suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Das alles ist weder der Politik noch dem Wirtschaftsverband Emsland neu. Es gilt, die Herausforderung „Arbeitskräftemangel“ auf politischer und wirtschaftlicher Ebene gemeinsam anzupacken. Zu einem Gespräch besuchten daher die Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Albert Stegemann sowie der zukünftige Landrat Marc-André Burgdorf die Geschäftsstelle des Wirtschaftsverbandes Emsland.

Die Arbeitslosenquote im Emsland ist nach wie vor gering, aber der demografische Druck nimmt zu. „Auch in den emsländischen Unternehmen verändert sich die Mitarbeiterschaft“, führt Ulrich Boll, erster Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes, an. „In vielen Branchen fehlen bereits jetzt Auszubildende.“ Nach Zahlen der Agentur für Arbeit gibt es 2019 über 2350 unbesetzte Auszubildendenstellen allein im Emsland.

Die Entscheidungen auf politischer Ebene setzten die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Handeln der überwiegend mittelständisch geprägten Wirtschaft im Emsland. Eine enge Zusammenarbeit und der rege Austausch beider Seiten ist Mechtild Weßling, die seit Juli 2019 Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbandes Emsland ist, besonders wichtig. „Die Sicherung von Arbeitskräften ist ein fortlaufender Prozess. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die sich Politik, Bildungsträger und Wirtschaft teilen“, sagt Weßling. Maßnahmen müssen früh beginnen und langfristig angelegt werden, dürfen aber keinesfalls starr sein. Es gilt – vor allem mit Blick auf die Auswirkungen des Brexit oder der digitalen Veränderungen – flexibel zu bleiben.

Gitta Connemann und Albert Stegemann sind sich einig, dass gerade ländliche Regionen wie das Emsland von Projekten, wie sie der Wirtschaftsverband beispielsweise in Sachen Bildung und Beschäftigung vorantreibt, profitieren werden. Denn viele Projekte des Wirtschaftsverbandes zielen darauf ab,Schüler auf regionale Unternehmen und deren Ausbildungs- sowie Beschäftigungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. So ermöglichen Projekte wie „Mädchen in Technik“, die Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen oder die Schülerakademie direkte Kontakte zwischen potenziellen Fachkräften und Unternehmen. Die Jugendlichen bekommen damit die Möglichkeit, Betriebe und Berufsbilder hautnah zu erleben. „Solche Projekte spiegeln die Mentalität des Emslandes wider. Hier passiert viel auf persönlicher Ebene. Das macht vieles unkompliziert und bringt Erfolg“, ergänzt Marc André Burgdorf.

In Zusammenarbeit mit der Politik plant der Wirtschaftsverband weitere Projekte, die über die Ländergrenzen hinausreichen. „Wir unterstützen Unternehmen dabei, die Potenziale einer vielfältigen Mitarbeiterschaft zu nutzen, die sich aus Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechtes und verschiedener Herkunft zusammensetzt“, fasst Weßling zusammen. Dafür sollen neue, zielgerichtete Programme zur Aus- und Weiterbildung entstehen, die verschiedene Zielgruppen ansprechen und gewinnen.