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09.07.2020, 15:11 Uhr

Arbeitnehmer fit für digitalen Wandel machen

Home-Office ist ein Beispiel für eine veränderte Arbeitswelt. Foto. dpa

Home-Office ist ein Beispiel für eine veränderte Arbeitswelt. Foto. dpa

Nordhorn Viele Unternehmen nutzen staatliche Förderung, um ihre Beschäftigten fit für den digitalen Wandel zu machen. So hat die Agentur für Arbeit Nordhorn seit dem Inkrafttreten des Qualifizierungschancengesetzes am 1. Januar 2019 bis einschließlich Juni dieses Jahres bereits 336 Menschen bei einer beruflichen Weiterbildung unterstützt. „Die berufliche Weiterbildung wird immer wichtiger“, so Hans-Joachim Haming, Chef der Nordhorner Arbeitsagentur. „Die Digitalisierung und der demographische Wandel beschleunigen die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, damit muss man Schritt halten.“ Gerade durch die Coronakrise werden die Digitalisierungsprozesse in vielen Unternehmen vorangetrieben, ist sich Haming sicher.

Durch das Qualifizierungschancengesetz können Beschäftigte unabhängig von Qualifikation, Lebensalter und Betriebsgröße von der Weiterbildungsförderung profitieren, wenn sich ihre Tätigkeit durch neue Technologien verändert oder vom Strukturwandel bedroht wird. Auch die Menschen, die sich in einen Beruf mit großem Fachkräftebedarf umschulen lassen möchten, können unterstützt werden. Haming erläutert: „Mit der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten können wir Arbeitslosigkeit frühzeitig verhindern.“ Mit dem am 29. Mai in Kraft getretenen „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ wurde die Förderung der beruflichen Weiterbildung nochmals erweitert:

1. Arbeitslose und Beschäftigte ohne Berufsabschluss haben einen Rechtsanspruch auf Förderung der beruflichen Weiterbildung, wenn sie einen Berufsabschluss nachholen wollen. Voraussetzungen dafür sind die Eignung für den angestrebten Beruf, eine voraussichtlich erfolgreiche Teilnahme an der Weiterbildung und die Verbesserung der Beschäftigungschancen.

2. Die Mindestdauer der Weiterbildungsmaßnahme wird von mehr als 160 Stunden auf mehr als 120 Stunden reduziert.

3. Anpassungsqualifizierungen sollen auch dann zugelassen und gefördert werden können, wenn dabei Bildungsinhalte aus berufsqualifizierenden Studiengängen vermittelt werden.

4. Die Fördermöglichkeiten von beruflicher Weiterbildung im Rahmen von Transfer-Kurzarbeitergeld werden erweitert, das heisst die Beschränkung auf Ältere und Geringqualifizierte wird aufgehoben.

Zum 1. Oktober werden die Förderzuschüsse zu den Weiterbildungskosten und zu den Arbeitsentgeltzuschüssen erhöht. Voraussetzung dafür sind eine Betriebsvereinbarung beziehungsweise. eine tarifvertragliche Regelung oder besonderer Weiterbildungsbedarf. Außerdem sollen ab dem 1. Januar 2021 Sammelanträge zur Qualifizierung von Beschäftigten ermöglicht werden.

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