10.03.2022, 11:40 Uhr

Anzeigefrist für Osterfeuer im Landkreis endet am 1. April

Für das Abbrennen von Osterfeuern gelten bestimmte Regeln, damit die aufgeschichteten Holz- und Reisighaufen nicht zur tödlichen Falle für Tiere werden. Foto: Landkreis

Für das Abbrennen von Osterfeuern gelten bestimmte Regeln, damit die aufgeschichteten Holz- und Reisighaufen nicht zur tödlichen Falle für Tiere werden. Foto: Landkreis

Nordhorn Nach zweijähriger Corona-bedingter Pause sind in diesem Jahr wieder Osterfeuer möglich. Wer ein solches Brauchtumsfeuer plant, muss dies bis 1. April beim zuständigen Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde oder Stadt mitteilen, informiert der Landkreis in einer Mitteilung. Der Landkreis weist darauf hin, dass keine Holz- und Reisighaufen abgebrannt werden dürfen, in denen sich Nester befinden.

Rücksicht auf Vogelnachwuchs

Wegen des milden Winters und des späten Zeitpunktes von Ostern sei es sehr wahrscheinlich, dass in bereits länger aufgeschichteten Haufen Vögel wie der Zaunkönig oder das Rotkehlchen brüten und sich dort bereits Gelege oder sogar die ersten Jungvögel befinden. „Umso wichtiger es, dass sich die Veranstalter von Osterfeuern um die nötigen Schutzmaßnahmen kümmern“, heißt es aus dem Kreishaus. Das Abbrennen von aufgeschichteten Haufen, in denen sich Nester befinden, sei nicht zulässig und stelle eine Ordnungswidrigkeit oder bei Betroffenheit bestimmter Arten sogar eine Straftat dar.

Private Osterfeuer verboten

„Das Osterfeuer, das nur an geeigneten Standorten abgebrannt werden darf, stellt übrigens keine generelle Gelegenheit dar, um Grünabfälle zu entsorgen - auch wenn diese zurzeit vermehrt anfallen“, informiert der Landkreis. Die Symbolik eines Osterfeuers liege auch nicht in einer möglichst hohen Anzahl von Feuern oder einer besonders großen Feuerstelle. „Private Osterfeuer sind daher verboten, beispielsweise auch eingegrenzte Personenkreise wie Nachbarn oder Anwohner einer bestimmten Straße. Die für die Verbrennung vorgesehenen Mengen sollten 150 Kubikmeter nicht übersteigen. Ein Brauchtumsfeuer darf außerdem nur am Ostersonntag oder Ostermontag abgebrannt werden.“

Haufen möglichst spät aufschichten

Bei Osterfeuern müssen die natur- und artenschutzrechtlichen Gesetzesvorgaben beachtet werden. Um zu verhindern, dass Vögel die aufgeschichteten Holz- und Reisighaufen als Brutplatz nutzen und dort Nester anlegen, die dann beim Abbrennen mitsamt der Eier oder Jungvögel zerstört werden, seien die Haufen in der Regel möglichst spät - maximal eine Woche vor dem Abbrennen - aufzuschichten. Bei einer früheren Anlieferung sei eine mindestens wöchentliche Umlagerung des Materials vorzunehmen.

Das Brennmaterial muss kurz vor dem Anzünden nochmals um- und aufgeschichtet werden. „Neben den Vogelarten wird damit auch anderen Kleintieren wie Igeln und Kaninchen die Gelegenheit gegeben, die aufgeschichteten Haufen noch vor dem Abbrennen zu verlassen, um somit einem qualvollen Tod zu entkommen.“

Anzeigepflicht zwei Wochen vorher

Grundsätzlich sind solche Brauchtumsfeuer spätestens 14 Tage zuvor beim zuständigen Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde oder Stadt unter Angabe von Datum und Ort schriftlich anzuzeigen. In diesem Jahr endet die Frist am 1. April. Eine Nachmeldung ist ausgeschlossen. Die Behörde informiert die zuständige Brandschutzdienststelle des Landkreises Grafschaft Bentheim, die zentrale Leitstelle und die örtliche Feuerwehr.

Weitere Informationen erteilen die Ordnungsämter der jeweiligen Gemeinde oder Stadt. Sollten abfallrechtliche Probleme auftauchen, also werden beispielsweise im Brennmaterial Abfälle wie Altreifen, Plastik, lackiertes Holz vorgefunden, ist das ein Fall für die Untere Abfallbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim. „Diesen Fällen wird nachgegangen und Verstöße werden geahndet“, heißt es aus dem Kreishaus.