11.11.2021, 11:05 Uhr

Angelverein Neuenhaus verzeichnet großen Mitgliederzuwachs

Die Geehrten der Versammlung mit (hintere Reihe von links: Geert Schraten, Günter Bürgel, Reinhard Pertenbreiter, Günter Rosemann, Hartmut Voet, Heinz Georg Mensen, Gerwin Westenberg, Reiner Westenberg, Bernd-Heinz Hinken und Wilfried Pötter sowie (sitzend von links) Peter Dannapfel, Heinrich Berends, Johann Albers, Manfred Unke, Friedhelm Gießmann und Wolfgang Engbers. Foto: Angelverein Neuenhaus

Die Geehrten der Versammlung mit (hintere Reihe von links: Geert Schraten, Günter Bürgel, Reinhard Pertenbreiter, Günter Rosemann, Hartmut Voet, Heinz Georg Mensen, Gerwin Westenberg, Reiner Westenberg, Bernd-Heinz Hinken und Wilfried Pötter sowie (sitzend von links) Peter Dannapfel, Heinrich Berends, Johann Albers, Manfred Unke, Friedhelm Gießmann und Wolfgang Engbers. Foto: Angelverein Neuenhaus

Neuenhaus Mit Verspätung wurde die Jahreshauptversammlung der Neuenhauser Angler abgehalten. Coronabedingt war diese Versammlung, die turnusgemäß im März stattfindet, um sechs Monate verschoben worden. Zahlreiche interessierte Mitglieder waren erschienen, um sich über die aktuellen Themen zu informieren. Durch die Veranstaltung führte wie gewohnt der Vorsitzende Friedhelm Gießmann.

Corona hatte auch die Vereinsaktivitäten der Angler fest im Griff. Das 70-jährige Bestehen des Angelvereins Neuenhaus mit einigen geplanten Veranstaltungen fiel in 2020 vollständig der Pandemie zum Opfer. Gießmann konnte den Corona-Maßnahmen aber auch etwas Positives abgewinnen: Mehr als 50 neue Mitglieder konnte der Verein begrüßen und es wurden noch nie in den zurückliegenden Jahren so viele Erlaubnisscheine verlängert wie in den Jahren 2020 und 2021. „Die Lockdowns hatten den positiven Effekt, dass die Menschen die Natur für sich neu kennengelernt haben. Viele Familien mit Kindern haben ihre Freizeit an unseren Gewässern verbracht, denn viele andere Aktivitäten waren kaum möglich.“

Die Angler waren aber in der Pandemie nicht untätig. Die Planungen für den zirka 300 Meter langen Nebenarm der Vechte in Esche, der als Laich- und Schongewässer dienen soll, konnten in diesem Jahr nach fast vierjähriger Vorbereitungsphase zum Abschluss gebracht werden. Die Angler rechnen nun mit einem Baubeginn im Frühjahr 2022.

Auch Fischbesatzmaßnahmen wurden 2020 und 2021 durchgeführt. Insbesondere der Besatz von 73Kilogramm Farmaalen und 1000 Quappen waren hervorzuheben. Auch diesmal wurde der Farmaal-Besatz durch das Land Niedersachsen zu 60 Prozent bezuschusst.

Ab dem 5. Januar 2022 findet ein neuer Vorbereitungskurs auf die Fischerprüfung statt. Die Auftaktveranstaltung beginnt ab 19 Uhr im Anglerheim am Vechteufer in Neuenhaus. Die Prüfung erfolgt dann am 26. Februar 2022. Alle weiteren Termine werden am ersten Übungsabend bekanntgegeben. Die Teilnahmegebühr beträgt 70 Euro. Die Anmeldung erfolgt am ersten Abend. Für weitere Fragen stehen Frank Weustink (frank-weustink@gmx.de) und Wolfgang Engbers (Mobilnummer 0162 1396583) zur Verfügung.

Einstimmig beschlossen wurde die Änderung der Raubfischschonzeiten in den Gewässern des Angelvereins Neuenhaus. Ursprünglich galt eine generelle Raubfisch-Schonzeit vom 1. Dezember bis zum 30- April eines jeden Jahres. Ab sofort gilt folgende Regelung: Die Raubfisch-Schonzeit beginnt am 1. Februar und endet am 31. Mai eines jeden Jahres. Ausgenommen ist wie schon in der Vergangenheit die Lee. Dort gelten weiterhin die Regelungen des Sportfischervereins Nordhorn, da der Angelverein Neuenhaus in der Lee lediglich ein eingeschränktes Fischrecht haben (Schonzeit vom 1. Dezember bis 31. Mai). Die Verlängerung der Schonzeit bis Anfang Juni ist aus Sicht der Angler erforderlich, um insbesondere die Laichzeit des Zanders zu schützen, die bis in den Mai geht. Außerdem beobachten die Verantwortlichen im Vorstand seit Jahren ein verändertes Angelverhalten. Die warmen und trockenen Sommer haben in den letzten Jahren wenig Angelfischerei zugelassen. Um den Mitgliedern trotzdem eine perfekte Angelsaison zu ermöglichen, fiel die Entscheidung, die Raubfischsaison bis zum 31. Januar eines jeden Jahres zu verlängern. „Die Binnenfischereiordnung als gesetzliche Grundlage lässt das zu und wir sind der Meinung, dass wir für unsere Mitglieder etwas Gutes tun“, sagt der Vorsitzende Friedhelm Gießmann.

Problem „Große Wassernabel“ an der Dinkel

Diskussionsbedarf gab es dann, als Gießmann die aktuelle Situation an der Dinkel ansprach. Seit mehreren Monaten breitet sich der „Große Wassernabel“, eine Wasserpflanze mit Ursprung in Mittel- und Südamerika, sehr invasiv in der Dinkel aus. Stellenweise wurde die Wasseroberfläche in den Sommermonaten binnen weniger Wochen überwuchert. Die in der Wissenschaft lateinisch Hydrocotyle ranunculoides bezeichnete Pflanze hat in den 1980er und 1990er Jahren als Teichpflanze ihren Weg nach Europa und dort auch in die niederländischen Gartencenter gefunden. Schon nach wenigen Jahren wurde festgestellt, dass diese Pflanze sich sehr stark in den Gewässern in den Niederlanden ausbreitete und dort in einzelnen Fällen sogar die Schifffahrt behinderte. Deshalb wurde der Handel mit der Hydrocotyle ranunculoides in den Niederlanden bereits 2001 und europaweit 2016 verboten. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass neben der Einbringung in Gewässer durch den Menschen auch die Verbreitung unter anderem durch Zugvögel und die Schifffahrt ursächlich ist. Friedhelm Gießmann konnte berichten, dass der zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Landkreis als Untere Naturschutz- und Wasserbehörde sich bereits mit der Problematik beschäftigen und zwischenzeitlich auch Kontakt zu niederländischen Behörden aufgenommen wurde, die bereits seit Jahren mit diesem Problem befasst sind.

Mechanische Maßnahmen zur Bekämpfung wie zum Beispiel das Freischneiden der betroffenen Gewässerbereiche sind deshalb problematisch, da das Risiko der Verbreitung von Wurzeln, Sporen und Pflanzenteilen, die flussabwärts treiben und an anderen Stellen neue Vegetationen bilden, sehr groß ist. Dass dies offensichtlich schon der Fall ist, bestätigen entsprechende Feststellungen in der Vechte flussabwärts bis nach Laar. Eine schnelle Lösung ist derzeit nicht in Aussicht.

Es wurden aber auch obligatorische Ehrungen durchgeführt:

Den größten Raubfisch im vergangenen Jahr fing Jens Egbers. Er landete einen Hecht mit einer Größe von 101 Zentimetern und 8 Kilogramm Gewicht.

Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Bernd-Heinz Hinken, Manfred Unke, Hartmut Voet, Gerwin Westenberg, Reiner Westenberg, Günter Rosemann, Peter Dannapfel, Wilfried Pötter, Heinz Georg Mensen, Hans-Jürgen Klünder und Wolfgang Engbers die Goldene Vereinsehrennadel.

Für 50 Jahre Vereinstreue erhielten Reinhard Pertenbreiter, Heinrich Berends, Geert Schraten, Günter Bürgel und Reinhard Felske einen Präsentkorb.

Zum Ehrenmitglied des Angelvereins wurde Johann Albers ernannt. Er hatte nach 40-jähriger Vorstandstätigkeit im letzten Jahr sein Amt als Schriftführer und langjähriger Ausbilder abgegeben. Albers ist ein Urgestein des Angelvereins, und es war dem Vorstand ein großes Anliegen, ihn für seine Verdienste auszuzeichnen.

Am Ende schloss Friedhelm Gießmann die Sitzung mit dem obligatorischen Appell an alle, schonend mit Kreatur und Natur umzugehen.