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31.01.2019, 15:30 Uhr

André Mülstegen will Chefsessel im Rathaus

Mit überwältigender Mehrheit wählte die Nordhorner CDU André Mülstegen zum Bürgermeisterkandidaten. Dieser will unter anderem mit kommunalpolitischer und beruflicher Erfahrung punkten.

André Mülstegen tritt als Bürgermeisterkandidat für die CDU an, Foto:Meistermann

André Mülstegen tritt als Bürgermeisterkandidat für die CDU an, Foto:Meistermann

Es war in den 1980er Jahren, als die Fronten zwischen den politischen Parteien in Deutschland noch etwas klarer waren. Themen wie Atomenergie, Nato-Doppelbeschluss, die Haltung zur politisch motivierten Gewalt und die Wiedervereinigung bestimmten die zum Teil hitzigen Diskussionen. In dieser Zeit fand auch die politische Sozialisation des CDU-Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Nordhorn, André Mülstegen, statt.

Bereits mit 14 Jahren hatte er eine klare Haltung zu großen Entscheidungen auf bundespolitischer Ebene. Der vom damaligen SPD-Kanzler Helmut Schmidt geforderte Nato-Doppelbeschluss, mit dem ein Ungleichgewicht zwischen der militärischen Stärke der damaligen Sowjetunion und der Nato behoben werden sollte, fand Mülstegens ungeteilte Zustimmung. Diese Haltung galt auch für die Wiedervereinigung und das Thema Gewalt. Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war für Mülstegen eine geschichtliche Notwendigkeit, und das Gewaltmonopol des Staates nicht verhandelbar. Deutliche Kritik übte er an der damaligen Haltung von führenden Vertretern der SPD, die sich nicht eindeutig zur Wiedervereinigung geäußert hätten, und in der Frage des Nato-Doppelbeschlusses gespalten gewesen seien.

Weitere Kritik übte er auch an den Grünen. Sie, so Mülstegen, hätten sich in den 1980er Jahren bei Demonstrationen gegen die Atomenergie nicht eindeutig zum Gewaltmonopol des Staates bekannt.

Als weiteren Grund für den Eintritt in die CDU nannte er sein religiös geprägtes Elternhaus, in dem der christliche Glaube gelebt wurde. Engagement für die Gesellschaft gehörte für Mülstegen einfach dazu.

1991 erfolgte der Eintritt in die Junge Union, 1996 die Wahl zum Ratsherren, 2006 die Wahl zum CDU-Fraktionsvorsitzenden im Nordhorner Stadtrat, 2014 die Wahl zum CDU-Stadtverbandsvorsitzenden und schließlich in diesem Jahr die Wahl zum Kandidaten für das Bürgermeisteramt.

Dass er sich für dieses Amt geeignet hält, macht Mülstegen in einem Gespräch mit der Sonntagszeitung deutlich. Nach seiner Auffassung sprechen für ihn fünf wesentliche Gründe: die kommunalpolitische Erfahrung, die berufliche Erfahrung als Schulleiter, die Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen zusammenzuführen und Kompromisse zu schließen, die Fähigkeit, Menschen zu führen, und eine große Beharrlichkeit bei der Verfolgung politischer Ziele, was auch mit sich bringe, mit Widerständen umzugehen.

Konkret macht er das an zwei zentralen politischen Entscheidungen fest: dem Bau des Ring-Centers und dem Bau des Wirtschaftskompetenzzentrums mit integriertem Stadtmuseum. Trotz gegenteiliger Stimmen auch in den eigenen Reihen, so Mülstegen, habe er zu beiden Projekten gestanden. Bis heute hält er die Entscheidungen für richtig.

Beim Thema Wirtschaft spricht der Bürgermeisterkandidat aber noch weitere Aspekte an. Für unverzichtbar hält er Fortschritte bei der Digitalisierung, eine Stabsstelle zur Gewinnung von Fachkräften, die Installierung einer One Stop Agency, bei der ansiedlungswillige Unternehmen nur einen Ansprechpartner haben, die Verkürzung von Entscheidungswegen, die Weiterentwicklung des Wasserstadt-Projektes und die Steigerung der Qualität als Einkaufsstadt durch eine Vereinfachung des Parksystems und die Ansiedlung attraktiver Geschäfte.

Im Bereich Gesundheit und Soziales steht unter anderem die Gewährleistung der hausärztlichen Versorgung auf der Agenda von André Mülstegen. Er strebt eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis an, die das Ziel hat, die Grafschaft überregional als attraktiven Standort für die Ansiedlung von Ärzten bekannt zu machen. Ein weiteres Thema ist für Mülstegen die Bereitstellung ausreichender Kinderbetreuungs- und Pflegeplätze für ältere Menschen aus. Im Bereich Kultur spricht sich der CDU-Kandidat für ein breit gefächertes Angebot aus, das den vielfältigen Interessen der Bürger entspricht.

Im Bereich Sport geht André Mülstegen von einem Konzentrationsprozess aus. Aufgabe der Stadt ist es seiner Auffassung nach, die Vereine an einen Tisch zu bringen und über Möglichkeiten von Kooperation und Zusammenführung ins Gespräch zu kommen. Im Bereich Schule sieht er Optimierungsbedarf bei der Ausstattung mit modernen Medien, bei der Nachmittagsbetreuung und bei der Inklusion, bei der ein Personalmangel zu verzeichnen sei.

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