22.03.2021, 14:45 Uhr

Amphibienwanderung beginnt wieder: BUND bittet um Rücksicht

Frösche, Kröten und Molche machen sich wieder auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Foto: dpa

Frösche, Kröten und Molche machen sich wieder auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Foto: dpa

Schüttorf Die Grafschafter Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bittet die Grafschafter um erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Zusammenhang mit der beginnenden Amphibienwanderung. „Kaum ist der Frost vorüber, kriechen Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterplätzen und steuern Wasserstellen an, um dort zu laichen“, erklärt Walter Oppel von der BUND-Kreisgruppe und fügt hinzu: „Doch auf dem Weg dorthin lauern viele Gefahren. Autoverkehr, Kellerschächte, Landwirtschaft und sogar Hobbygärtner bedrohen ihr Überleben.“

Erdkröten suchen Laichgewässer auf

Der Naturschützer erzählt: „Bereits gegen Ende Februar verlassen Erdkröten ihre Winterquartiere, die frostgeschützt unter Baumstümpfen, Brettern oder größeren Steinen, im Laub oder in Erdlöchern liegen. Regen und erste frühlingshafte Außentemperaturen von etwa zehn Grad Celsius veranlassen die Kröten dann, zu ihren Laichgewässern aufzubrechen.“ Ähnlich dem Orientierungsmechanismus der Zugvögel besitzen die Tiere Oppel zufolge einen „Laichgewässerdrang“, den Instinkt, ihre Fortpflanzung dort in die Wege zu leiten, wo ihre Geburtsstätte liegt. „Dies geschieht selbst dann, wenn sie in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern vom Geburtsgewässer entfernt leben. Manche Kröten sind mehr als zwei Wochen unterwegs“, berichtet Oppel.

„Wenn unterwegs die meist in der Überzahl vorhandenen Männchen auf Weibchen stoßen, steigen sie diesen auf deren Rücken und klammern sich an ihnen fest. Es kann vorkommen, dass viele Hundert Tiere gleichzeitig in einer Nacht zielstrebig in Richtung Laichgewässer loswandern.“ Nach dem Ablaichen erfolge die Rückwanderung in den Sommerlebensraum. „Auf ihren Wanderungen zu und von den Laichgewässern müssen die Erdkröten dann oft Straßen überqueren und werden dabei von Autos überfahren. Dadurch können örtlich ganze Erdkrötenpopulationen gefährdet sein“, warnt Oppel.

Tipps für Autofahrer

An den Straßen mit besonders regem Krötenaufkommen mahnen entsprechende Verkehrsschilder zu gedrosseltem Tempo. Die Kreisgruppe des BUND empfiehlt Autofahrern, das Tempo auf Straßen, die an Feuchtgebieten vorbeiführen, zu reduzieren, und zwar auch dann, wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind. „An Straßenabschnitten, an denen auf Veranlassung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und der Kommunen entsprechende Hinweise angebracht sind, sollten Autofahrer höchstens 30 Stundenkilometer fahren, um wandernden Lurchen notfalls noch ausweichen zu können“, empfiehlt die Naturschutz-Gruppe und ergänzt: „Vor allem warme, regnerische Abende locken die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise zur Laichwanderung.“

Die Mitglieder der Kreisgruppe bittet darum, ihnen Stellen, an denen zahlreiche Amphibien überfahren werden, unter Telefon 05923 4161 oder per E-Mail an info@bund-grafschaft-bentheim.de zu melden, damit gegebenenfalls geeignete Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können.

Ems-Vechte