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23.09.2020, 11:47 Uhr

Amnesty-Gruppe Nordhorn: Solidarität mit Flüchtlingshelfern

Mit einer Aktion wollen die Nordhorner Amnesty-Gruppe und der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe ein Zeichen setzen. Foto: dpa

Mit einer Aktion wollen die Nordhorner Amnesty-Gruppe und der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe ein Zeichen setzen. Foto: dpa

Nordhorn „Keine Kriminalisierung von Helfern, die Menschen auf der Flucht unterstützen“ – das fordert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) und möchte diese Haltung am Samstag, 26. September, mit einer Aktion zum Ausdruck bringen. Im Rahmen der sogenannten West-Aktion machen Aktivisten an diesem Tag an vielen Orten im Westen Deutschlands darauf aufmerksam, „dass die Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten kein Verbrechen ist“, teilt Marianne Bakari, Sprecherin der Nordhorner Amnesty-Gruppe, mit. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe ist die Amnesty-Gruppe am Samstag von 11 bis 15 Uhr auf der Lingener-Torbrücke vertreten.

Zum Hintergrund erklärt Bakari: „Weltweit sind mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte davon Kinder. Grund dafür sind gewaltsame Konflikte, Verfolgung, Unterdrückung und die Folgen des Klimawandels. Nach Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu beantragen. Menschenrechtsverteidiger unterstützen Flüchtlinge und Migranten dabei, dieses Recht wahrzunehmen. Angesichts der Geschehnisse im Flüchtlingslager Moria hat das Thema noch einmal an Aktualität gewonnen.“

Laut Bakari erinnert Amnesty „an die Pflicht der Europäischen Union, schutzbedürftigen Menschen Zuflucht zu gewähren“. Stattdessen seien aber Menschenrechtsverteidiger und zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für die Rechte von Menschen auf der Flucht einsetzen, in mehreren europäischen Ländern unbegründeten Strafverfahren, unangemessenen Einschränkungen ihrer Aktivitäten sowie Einschüchterung, Schikane und Verleumdungskampagnen ausgesetzt. „Deswegen werden am Wochenende in vielen Städten Amnesty-Mitglieder gleichzeitig auf der Straße sein. Mit der öffentlichen Aktion möchte die Nordhorner Gruppe einen Beitrag leisten und darauf aufmerksam zu machen, dass Menschenrechtsverteidiger nicht für ihren mutigen Einsatz bestraft werden dürfen und Solidarität kein Verbrechen ist. Interessierte können vor Ort Briefe an Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnen, in welchen die Regierungschefin aufgefordert wird, sich gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern zu wenden“, so die Aktivistin.

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