27.10.2020, 13:51 Uhr

Aktion von Amnesty International richtet sich an den Iran

Mit einer Kartenaktion setzen sich die Menschenrechtler von Amnesty International regelmäßig für politische Gefangene in aller Welt ein. Foto: dpa

Mit einer Kartenaktion setzen sich die Menschenrechtler von Amnesty International regelmäßig für politische Gefangene in aller Welt ein. Foto: dpa

Nordhorn Mit der Karten-Aktion „Briefe gegen das Vergessen“ setzt sich die Nordhorner Gruppe von Amnesty International für den iranischen Kurden Arsalan Khodkam ein, der nach Informationen der Menschenrechtsorganisation jederzeit hingerichtet werden könnte. „Er wurde 2018 zum Tode verurteilt, nachdem man ihn schuldig gesprochen hatte, für die bewaffnete Oppositionsgruppe „Kurdische Demokratische Partei Iran“ (KDPI) spioniert zu haben“, schreibt Amnesty in einer Erklärung zu dem Fall. „Der 47-Jährige beteuert seine Unschuld. Die Anklage sei erfolgt, nachdem die iranischen Behörden erfahren hatten, dass er über Instagram mit einem Verwandten seiner Frau in Kontakt stand, der Mitglied in der KDPI war. Doch den Vorwurf irgendeiner Spionage weist er weit von sich“, heißt es weiter.

Arsalan Khodkam soll zudem in der Haft gefoltert und misshandelt worden sein. „Als sein Anwalt im Februar 2020 versuchte, die Gerichtsakten einzusehen, um ein Gnadengesuch einzureichen, teilten die Behörden ihm mit, dass er Arsalan Khodkam nicht vertreten könne und ein Gnadengesuch aus dem Gefängnis heraus bereits abgelehnt worden sei. Im Mai 2020 wurden seine Familienangehörigen gewarnt, er könne jederzeit hingerichtet werden“, berichtet Amnesty weiter.

„Auf den Karten von Amnesty an die oberste Justizautorität im Iran wird darum gebeten, Arsalan Khodkam nicht hinzurichten“ erklärt Marianne Bakari von der Nordhorner Amnesty-Gruppe. „Sein Schuldspruch sollte aufgehoben werden und es sollte ihm ein neues faires Gerichtsverfahren gewährt werden, ohne durch Folter erpresste ,Geständnisse‘, bei dem er seinen Rechtsbeistand frei wählen kann. Außerdem sollten die Foltervorwürfe untersucht werden und die dafür Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden“, so Bakari weiter.

Amnesty bittet um Absenden dieser Karten. Sie liegen bis Ende November unter anderem in den Weltläden in Nordhorn, Schüttorf und Veldhausen, im Kloster Frenswegen sowie in den reformierten Kirchengemeinden Gildehaus und Bad Bentheim aus. Weitere Informationen erteilt Marianne Bakari unter Telefon 05921 33971.

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