05.03.2021, 15:01 Uhr

Ältere und Behinderte bei Schnelltests nicht vergessen

Material für Corona-Schnelltests. Foto: Menzel

Material für Corona-Schnelltests. Foto: Menzel

Grafschaft Schnell- und Selbsttests sollen die geplanten Corona-Lockerungen begleiten. Wer künftig ins Theater oder den Biergarten gehen möchte, muss einen solchen tagesaktuellen Test vorweisen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen begrüßt zwar das Vorhaben an sich, sieht aber bei der Umsetzung neue Hürden für Bürgerinnen und Bürger – insbesondere für Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Wer wieder am öffentlichen Leben teilnehmen möchte, muss zukünftig einen Corona-Schnelltest vorlegen, der von geschultem Personal durchgeführt wird. Wie eine entsprechende Umsetzungsstrategie in Niedersachsen aussehen kann, ist allerdings noch unklar. „Es müssen jetzt schnellstmöglich konkrete Pläne auf den Tisch gelegt werden“, fordert Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Wichtig seien dabei unkomplizierte Abläufe und ein pragmatisches Vorgehen.

Angedacht ist bislang eine Durchführung in Arztpraxen, Testzentren und Apotheken. Termine sollen online gebucht werden können. Genau hier sieht Niedersachsens größter Sozialverband das Problem: „Es muss sichergestellt werden, dass Terminabsprachen auch auf anderem Wege möglich sind. Gerade Ältere verfügen nicht immer über die dafür nötigen technischen Voraussetzungen“, betont Sackarendt. Außerdem müssten Testmöglichkeiten flächendeckend und in der benötigten Anzahl vorhanden sein. „Wenn das nicht gegeben ist, sind für viele Menschen die Wege gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen zu weit. Das ist insbesondere für Mobilitätseingeschränkte ein großes Problem“, so der SoVD-Chef.

Deshalb müsse die Politik bei ihren Planungen darauf achten, dass alle Menschen einen unkomplizierten Zugang zu den Testmöglichkeiten haben, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. „Es darf auf keinen Fall ein Bürokratiemonster entstehen, das zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Testen führt“, findet Sackarendt. Das gelte auch für die Finanzierung der Tests: Hier müsse unbedingt darauf geachtet werden, dass auch Menschen mit geringem Einkommen Zugang haben.

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