Grafschafter Nachrichten
12.01.2021

ADHS: Gesprächsrunde in Emlichheim bietet Hilfe für Eltern

ADHS: Gesprächsrunde in Emlichheim bietet Hilfe für Eltern

Wollen mit ihrem Angebot einen Rahmen zum Austausch bieten: Hermine Lichtenborg (links) und Silke Reurink von der Gesprächsrunde. Archivfoto: Landkreis

Emlichheim Das Kind lässt sich schnell ablenken, ist vergesslich, möchte über alles diskutieren, zieht die Aufmerksamkeit durch kasperartiges Verhalten auf sich und scheut kein Risiko – laut Hermine Lichtenborg, Silke Reurink und Maike Abend von der Gesprächsrunde für Eltern von Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS) in Emlichheim kennen Eltern ADHS-betroffener Kinder dieses Verhalten gut. „Für Mutter und Vater, aber auch Geschwisterkinder ist es oft nicht einfach, mit dieser Störung ihres Kindes richtig umzugehen“, erklärt Lichtenborg. In der ADHS-Eltern-Gesprächsrunde Emlichheim sollen betroffene Familien Unterstützung finden.

„Man geht davon aus, dass es sich bei ADHS um eine Funktionsstörung in den Teilen des Gehirns handelt, die unter anderem verantwortlich sind für Aufmerksamkeit, Problemlösung und Motivation. Ein Ungleichgewicht an Botenstoffen führt im Gehirn des Kindes zu einer ständigen Reizüberflutung“, erläutert Reurink. Mit dem Verhalten des Kindes sei die Umwelt, zum Beispiel in Kindergarten und Schule, oft überfordert. Und auch für die Eltern sei es vielfach eine Herausforderung, schildern die Initiatorinnen. „Deshalb haben wir als Eltern die Gesprächsrunde gegründet. Unsere Kinder sind zwischen sechs und 21 Jahre alt. Jeder Teilnehmer hat seine eigenen Erfahrungen mit ADHS gemacht und kann sein Wissen an die anderen Gruppenmitglieder weitergeben. Bei unseren monatlichen Treffen helfen und unterstützen wir uns gegenseitig durch den Austausch unserer Erfahrungen mit Schulen, Behörden, Ärzten und Therapeuten“, berichtet Maike Abend.

Informationen und Austausch

Ein weiteres Anliegen der Gruppe ist es, über ADHS aufzuklären und zu informieren. „Viele wissen gar nicht, was ADHS ist. Deshalb organisieren wir beispielsweise Vorträge von Kinderärzten und Ergotherapeuten. Zudem führen wir Informationsveranstaltungen an Schulen durch“, führt Lichtenborg aus. Ferner sei unter anderem in diesem Jahr eine Besichtigung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Euregio-Klinik geplant. Die Veranstaltungen sollen dann stattfinden, wenn es die Corona-Bedingungen zulassen. Normalerweise finden die Gruppentreffen jeden zweiten Dienstag im Monat, außer in den Ferien, um 20 Uhr im Mehrgenerationenhaus Senfkorn in Emlichheim, Wilsumer Straße 2, statt.

Interessenten können vorab vertraulich Kontakt aufnehmen bei Hermine Lichtenborg unter Telefon 05943 1989 oder per E-Mail an lichtenborgjh@web.de, bei Silke Reurink unter 05943 984937 oder per E-Mail an reurink@web.de oder bei Maike Abend unter 05943 207015 oder per E-Mail an maike.abend@gmx.de.

Weitere Informationen erteilt Annegret Hölscher vom Büro für Selbsthilfe und Gesundheit des Landkreises Grafschaft Bentheim unter Telefon 05921 961867 oder per E-Mail an annegret.hoelscher@Grafschaft.de.

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