21.07.2021, 11:10 Uhr

ADFC: Verbesserungspotenzial bei Radverkehrinfrastruktur

Radtourismus erfreut sich wachsender Beliebtheit wie das Motiv vom Grafschafter Anfietsen belegt. Foto: J. Lüken

Radtourismus erfreut sich wachsender Beliebtheit wie das Motiv vom Grafschafter Anfietsen belegt. Foto: J. Lüken

Grafschaft Das Bundesverkehrsministerium hat in der letzten Woche die Förderrichtlinie zum Sonderprogramm „Stadt und Land“ verabschiedet. Damit stehen jetzt bundesweit knapp 660 Millionen Euro zur Verfügung, um die Radverkehrsinfrastruktur auszubauen.

Das Programm ist breit aufgestellt. Förderfähig sind zum Beispiel der Neu-, Um- und Ausbau von Radwegen einschließlich Planungsleistungen Dritter und der Grunderwerb. Dabei kann es sich zum Beispiel um straßenbegleitende, vom motorisierten Verkehr möglichst getrennte Radwege, eigenständige Radwege, Radfahrstreifen, Fahrradstraßen, Radwegebrücken oder -unterführungen oder auch den Umbau von Knotenpunkten handeln. Auch Abstellanlagen oder Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses für den Radverkehr werden gefördert. Finanzielle Förderungen aus dem Programm sind damit vom Gesetzgeber beschlossen. Jetzt geht es darum, dass diese Mittel auch abgerufen werden.

„Auch in der Grafschaft Bentheim gibt es noch Verbesserungspotenzial, wie die letzte Fahrradklimabefragung aus dem Jahre 2020 gezeigt hat. Wenngleich neben Nordhorn alle Grafschafter Gemeinden im ersten Quartal der Gemeinden bis zu 20.000 Einwohnern gelandet sind, weichen die Ergebnisse zum Teil zwei Schulnoten voneinander ab. Nordhorn macht es vor: Eine konsequente und gute Fahrradpolitik führte in der Klasse über 50.000 Bürger zu einem ausgezeichneten ersten Platz. Und in Nordhorn werden auch weiterhin Projekte geplant und konsequent umgesetzt. Wir würden uns eine ähnliche Fahrradpolitik wie in Nordhorn in allen Gemeinden der Grafschaft wünschen“, macht Burkhard Werner vom ADFC Grafschaft Bentheim deutlich.

Zur Darstellung hat der ADFC für alle Grafschafter Gemeinden Auswertungen gemacht und diese unter der Überschrift „ADFC - Einzelergebnisse der Fahrradklimabefragung 2020“ auf seiner Homepage www.adfc-grafschaft-bentheim.de veröffentlicht. So können interessierte Bürger in allen Teilnehmergemeinden jeweils die Ergebnisse auswerten und vergleichen. „Und dann erkennt man: Es besteht in allen kleineren Gemeinden ein erheblicher Handlungsbedarf“, so Werner weiter.

Alle zwei Jahre erfragt der ADFC bundesweit die Radfahrer zur Radverkehrssituation vor Ort. Schon im September 2022 beginnt die neue Befragung. Werner fordert in Richtung der verantwortlichen Politiker Handlungssignale und sagt abschließend: „Wir erwarten nicht, dass sich bis dahin alles zu 100 Prozent verbessert hat, aber man sollte zumindest ein Konzept oder eine Prioritätenliste in Abstimmung mit den Bürgern entwickeln. Schon jetzt sollten die Bürger die Politiker fragen, welche Maßnahmen sie vor Ort planen oder vor Ort umsetzen wollen. Für Gespräche mit den Gemeinden und den Aktiven vor Ort stellt sich der ADFC weiterhin gerne zur Verfügung.“

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