11.11.2022, 11:15 Uhr

Acht neue Jungbäume beim Wacholderpflegetag in Bardel gesichtet

Ausgestattet mit Spaten, Astscheren und Beilen zogen die Schüler aus, um in der Bardeler Wacholderheide Pflegearbeiten zu verrichten. Dabei musste mitunter kräftig angepackt werden, um so manche unerwünschte Wurzel auszugraben. Foto: privat

Ausgestattet mit Spaten, Astscheren und Beilen zogen die Schüler aus, um in der Bardeler Wacholderheide Pflegearbeiten zu verrichten. Dabei musste mitunter kräftig angepackt werden, um so manche unerwünschte Wurzel auszugraben. Foto: privat

Bereits zum achten Mal hat das Missionsgymnasium St. Antonius in Bardel am ersten Novemberwochenende zum Wacholderpflegetag im Landschaftsschutzgebiet „Bardeler Wacholderheide“ aufgerufen. Bei bestem Herbstwetter haben sich am Samstagmorgen rund 70 Teilnehmer auf dem Schulhof eingefunden, um gemeinsam in einer groß angelegten Naturschutzaktion das etwa neun Hektar große Heidegebiet von schnell wachsenden Pioniergehölzen wie Traubenkirschen und Birken oder wuchernden Brombeerranken zu befreien.

Wichtiger Beitrag für Landschaftserhalt

Mit dieser Aktion leistet das Missionsgymnasium St. Antonius einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der regionaltypischen Kulturlandschaft der Wacholderheide. Diese besondere Form der Kulturlandschaft kann nur erhalten werden, wenn lichtliebende Sandspezialisten wie beispielsweise die Besenheide und der Wacholder nicht beschattet werden.

„Die nordamerikanische Traubenkirsche konkurriert mit dem heimischen Wacholder“, erklärt Anne Middelberg, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums, und stellt einen Vergleich an: „30 Zentimeter Längenzuwachs pro Jahr bei der Traubenkirsche stehen dem Längenwachstum von einem einzigen Zentimeter beim Wacholder gegenüber.“ Noch deutlicher werde die Konkurrenz beim Verhältnis des Pflanzenvorkommens zur Fläche, so stünden Middelberg zufolge pro Quadratmeter 200 Keimlinge der Traubenkirsche lediglich vier Keimlingen pro 90.000 Quadratmeter für den Wacholder gegenüber. „Aus diesen Zahlen geht klar hervor, welche die starkwüchsigere Pflanze ist, die in der Natur eigentlich die Oberhand gewinnt. Wenn nicht dem Wacholder tatkräftig unter die Arme gegriffen würde.“

„Kooperative Arbeit zahlt sich aus!“

Etwa 70 Freiwillige waren am frühen Sonnabend angerückt, um beim Wacholderpflegetag gemeinsam den unerwünschten Sprösslingen der Traubenkirsche in der Bardeler Wacholderheide zu Leibe zu rücken. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Schulleiter Markus Lammers betonte Hartmut Schrap, Leiter der Naturschutzstiftung des Landkreises Grafschaft Bad Bentheim, die Wichtigkeit von stetigem Handeln: „Es ist eine große Freude zu sehen, wie gut sich das Gebiet in den letzten Jahren entwickelt hat. Hier finden sich viele seltene Pflanzen und Tiere, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind. Jahrelanges Engagement und kooperatives Arbeiten zahlt sich wirklich aus!“

Die Organisatorinnen Eva Veldscholten und Marie Reckmann, beide Biologie-Lehrerinnen am Missionsgymnasium St. Antonius, führten die freiwilligen Helfer kurz in die zu leistenden Arbeiten ein. Dann zog die Schar der großen und kleinen Naturschützer ausgestattet mit Spaten, Astscheren und Beilen aus, um von Hand die Pflegearbeiten im Heidegebiet zu verrichten. Schülerinnen und – auch ehemalige – Schüler, Eltern und Großeltern sowie Lehrerinnen und Lehrer mussten teils kräftig anpacken, um so manche Wurzel auszugraben, manchen Stamm zu fällen und manche Sprösslinge abzuschneiden. Der Lohn ihrer Bemühungen zeigte sich den freiwilligen Landschaftspflegern direkt vor Ort: Zur Freude aller Mitwirkenden konnten in der Bardeler Heide acht neue der sehr seltenen Wacholder-Jungbäume entdeckt werden. „Ein toller Erfolg!“, freuen sich auch die Initiatoren des Wacholderpflegetages über die höchst erfreuliche Bilanz der gemeinsamen Naturschutzaktion.

Etwa 70 Freiwillige hatten sich auf dem Schulhof des Missionsgymnasiums eingefunden, um gemeinsam im Landschaftsschutzgebiet „Bardeler Wacholderheide“ den unerwünschten Sprösslingen der Traubenkirsche zu Leibe zu rücken. Foto: privat

Etwa 70 Freiwillige hatten sich auf dem Schulhof des Missionsgymnasiums eingefunden, um gemeinsam im Landschaftsschutzgebiet „Bardeler Wacholderheide“ den unerwünschten Sprösslingen der Traubenkirsche zu Leibe zu rücken. Foto: privat

Zur Freude der fleißigen kleinen und großen Landschaftspfleger konnten acht neue Wacholder-Jungbäume entdeckt werden. Foto: privat

Zur Freude der fleißigen kleinen und großen Landschaftspfleger konnten acht neue Wacholder-Jungbäume entdeckt werden. Foto: privat