19.01.2021, 10:19 Uhr

Absaugen beste Methode beim Eichenprozessionsspinner

Absaugung an einer Eiche im GIP. Foto: J. Lüken

Absaugung an einer Eiche im GIP. Foto: J. Lüken

Nordhorn Seit Herbst 2019 besteht die Projektgruppe EPS, in welcher Vertreter des Landkreises und der Grafschafter Kommunen sich mit Maßnahmen gegen die lästigen und sogar gefährlichen Eichenprozessionsspinner und seiner Larven befassen. Vor Kurzem traten die Mitglieder in einer Videokonferenz zusammen, um sich über die im Laufe des Sommers gemachten Erfahrungen mit verschiedenen Methoden der Bekämpfung auszutauschen. Neben der Erkenntnis, dass ein regnerisches Frühjahr vermutlich dafür sorgte, dass die Plage im Sommer 2020 geringer ausfiel, hielten die Teilnehmer der Runde fest, dass das Absaugen der Nester und Larven immer noch die erfolgreichste Maßnahme sei.

Mit hohem finanziellen Aufwand und viel Arbeitseinsatz waren verschiedene Methoden getestet worden. Als unbrauchbar erwiesen sich dabei die sogenannten Baumring-Fallen sowie die Wickelfolie, so das einhellige Fazit. Ob die in vielen Bereichen aufgehängten Nistkästen für Vögel, die als natürliche Feinde dem Eichenprozessionsspinner an den Kragen gehen sollen, in ihrer Wirkung von Erfolg gekrönt sind, ließ sich noch nicht abschließend bilanzieren. Vermutlich sind Resultate hier eher langfristig zu sehen. Als grundsätzliche Methode kommen aber auch sie nicht in Betracht, da das Risiko besteht, zu massiv in die Lebensräume und das Gleichgewicht der Vogelarten einzugreifen. Als durchwachsen zu werten waren ebenfalls die Erfahrungen, die mit einem Biozid gemacht wurden. Die Stadt Bad Bentheim erzielte dagegen mit dem Einsatz von Nematoden – das sind Fadenwürmer, die als Nützlinge eingesetzt werden – an 200 Bäumen gute Ergebnisse.

Als praktikabelste Methode der Bekämpfung stellt sich das Absaugen der Nester dar. Letztlich sei aber auch damit nur eine temporäre Entlastung zu erzielen und der Aufwand sehr hoch. Insgesamt wurden 2020 rund 250.000 Euro in die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners gesteckt.

Da die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sehr aufwendig ist, kann sie nicht flächendeckend erfolgen. Sie erfolgt primär an den Stellen, an denen Menschen besonders gefährdet sind. Dazu zählen stark frequentierte Bereiche wie Schulen, Kindergärten, öffentliche Spielplätze oder auch die Radwege zu den Schulen.

Im März 2021 wird die Projektgruppe wieder zusammentreten, um den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner im kommenden Sommer abzustimmen.

Ems-Vechte