21.01.2021, 16:01 Uhr

30 Kilometer der A 1 werden sechsstreifig

Lutz Hoffmann (Strabag), Ralf Hafner (Bunte) und Elfriede Sauerwein-Braksiek (Autobahn Westfalen) nach der Unterzeichnung des Vertrages. Foto: Autobahn Westfalen

Lutz Hoffmann (Strabag), Ralf Hafner (Bunte) und Elfriede Sauerwein-Braksiek (Autobahn Westfalen) nach der Unterzeichnung des Vertrages. Foto: Autobahn Westfalen

Osnabrück Der sechsstreifige Ausbau der A1 nördlich von Osnabrück kann beginnen. Die Autobahn Westfalen hat den Vertrag unterschrieben und den Auftrag an die Bietergemeinschaft „A1 Lohne Bramsche“ vergeben. 29,5 Kilometer werden damit in den kommenden rund viereinhalb Jahren ausgebaut. Auf rund 600 Millionen Euro summiert sich der gesamte Auftrag: „Der Auftragnehmer verpflichtet sich sowohl für den Ausbau der Autobahn als auch für die Erhaltung der Strecke über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Betrieb der Strecke, wie beispielsweise der Winterdienst, wird weiterhin durch unsere Straßenwärter durchgeführt“, erläuterte Niederlassungsdirektorin Elfriede Sauerwein-Braksiek die Besonderheit dieses Auftrages.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, freut sich über den Start: „Nun kann es endlich richtig losgehen. Mit dem sechsstreifigen Ausbau machen wir die A 1 fit für die Zukunft, wir beseitigen dadurch einen bekannten Engpass. Die Fahrzeiten und die Stauanfälligkeit werden sinken, die Leistungsfähigkeit und die Verkehrssicherheit deutlich erhöht. Das hilft den Pendlern und dem Wirtschaftsverkehr gleichermaßen. Damit wird die Region noch attraktiver“, betont er.

Bis April finden noch weitere vorbereitende Maßnahmen auf der Autobahn statt. Sie beinhalten Nothaltebuchten und Überfahrten im Mittelstreifen für die Bauphase 1. Die Bauphase 1 wiederum ist in drei Bauabschnitte unterteilt, von der Anschlussstelle Lohne bis Holdorf, von Grandorf bis nördlich der Anschlussstelle Neuenkirchen-Vörden und von der Kreisstraße K147 (südlich) bis zum Ausbauende bei Bramsche. Dazwischen wird es jeweils sieben Kilometer lange Abschnitte zur „Erholung“ der Verkehrsteilnehmer während der Arbeiten geben. Die Tank- und Rastanlage Dammer Berge bleibt während der Bauarbeiten geöffnet.

Die gesamte Baumaßnahme ist in vier Bauphasen unterteilt. Neben der eigentlichen Strecke müssen auch 14 Brücken im Verlauf der Autobahn sowie zwei Überführungen über die Autobahn (innerhalb der Anschlussstellen Holdorf und Neuenkirchen-Vörden) neu gebaut werden. Sechs „Regenrückhaltebecken“ (mit insgesamt 20 Kilometer Rohrleitungen) sind geplant, auf einer Länge von sechs Kilometern werden Lärmschutzwände und –wälle entstehen. 100 Kilometer Schutzplanken und Betongleitwände müssen installiert werden. Zehn Hektar sogenannte Ausgleichsflächen werden noch angelegt, rund 16 Hektar sind bereits angelegt worden.

Funktionsbauvertrag

Die Bietergemeinschaft musste sich in einem europaweiten Vergabeverfahren durchsetzen. Die Firmen Johann Bunte GmbH & Co. KG sowie Strabag AG haben sich entschlossen, den Auftrag gemeinsam durchzuführen. Die Besonderheit des Auftrags ist der „Funktionsbauvertrag“, der neben dem Ausbau der Strecke auch die Erhaltung dieses Streckenabschnittes über einen Zeitraum von 30 Jahren umfasst.

Hansalinie

Die A1 ist Teil der „Hansalinie“ und damit Teil des transeuropäischen Fernstraßennetzes. Der aktuelle Ausbau schließt die letzte Lücke einer durchgehenden Sechsstreifigkeit zwischen Lotte/Osnabrück und der Ahlhorner Heide. Im betreffenden Bereich fahren aktuell etwa 60.000 Fahrzeuge täglich. Nach den aktuellen Prognosen sollen es in zehn Jahren 83.000 Fahrzeuge sein.

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