29.01.2020, 13:30 Uhr

2020 vier Ausstellungen in der Städtischen Galerie Nordhorn

Die Städtische Galerie Nordhorn hat im Rahmen ihres traditionellen Neujahrstreffens das Ausstellungsprogramm für das Jahr 2020 vorgestellt.

Nezaket Ekici und Shahar Marcus in der Video-Performance Salt Dinner aus dem Jahr 2012. Foto: Städtische Galerie

Nezaket Ekici und Shahar Marcus in der Video-Performance Salt Dinner aus dem Jahr 2012. Foto: Städtische Galerie

In drei Einzel- und einer Gruppenausstellung berühren die Künstler mit sehr unterschiedlichen Mitteln die poetische und emotionale Ebene gesellschaftlicher, politischer aber auch religiöser Fragen, die die Wahrnehmung der Zeit entscheidend prägen. Kunst zeigt sich hier als ein Handlungsfeld, in dem Sensibilisierung und Haltung herausgefordert werden.

In der ersten Ausstellung sind die türkisch-deutsche Künstlerin Nezaket Ekici und der israelische Künstler Shahar Marcus zu Gast, die seit 2012 regelmäßig gemeinsame Projekte machen. In Nordhorn stellen sie erstmals in Deutschland ihr dreiteiliges Video TBQ (Thora, Bible, Quran) vor, das sich in fiktiven Erzählungen und poetischen Bildern mit rituellen Handlungen auseinandersetzt. Zur Eröffnung zeigen sie außerdem eine neue, eigens konzipierte Performance.

Mit der zweiten Ausstellung würdigt die Städtische Galerie die Trägerin des Kunstpreises der Stadt Nordhorn 2019. Michaela Meise verwebt auf eine sehr eigenwillige Weise Motive der Populärkultur, der Kulturgeschichte und eigene biografische Bezüge zu einer hintergründigen Erzählung. Dabei wechselt die Ästhetik ihrer Werke immer wieder überraschend zwischen klaren, reduzierten, Formen und handgemachten, expressiven Darstellungen. Dazu kommt ihr musikalisches Werk, das sie ausdrücklich auch als Teil ihrer künstlerischen Arbeit versteht.

Mit der anschließenden Gruppenausstellung nimmt die Städtische Galerie Nordhorn Malerei als ein materialbezogenes, unmittelbares und oft radikales Handeln ernst und bewegt sich in der Spannung zwischen Haltung, Bild und Körperlichkeit. Im Mittelpunkt stehen illustrative, gegenständliche Darstellungen, um den erzählenden, expressiven Aspekt von Malerei zu betonen. Die teilnehmenden Künstlerinnen sind: Okka-Esther Hungerbühler, Ulrika Segerberg, Ada Van Hoorebeke und Sonja Yakovleva.

Das Ausstellungsjahr schließt dann mit der ersten institutionellen Einzelausstellung des nordirischen Fotografen Paul Seawright in Deutschland. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Seawright weltweit auf der Spur jener blinden Flecke, die von sozialen, politischen, oder sogar kriegerischen Konflikten in Gesellschaften erzeugt werden. Seine streng dokumentarischen Fotografien zeichnen sich durch präzise, hochästhetische Kompositionen aus und sind gleichzeitig von einer irritierenden Verlassenheit geprägt.