12.05.2020, 09:59 Uhr

17. Nordhorner Brustkrebslauf abgesagt

Die Frauenselbsthilfe Krebs teilt mit, dass der 17. Nordhorner Brustkrebslauf wegen der Corona-Pandemie abgesagt wird. Auch weitere Aktivitäten, die mit persönlichem Kontakt verbunden sind, fallen bis auf Weiteres aus.

Die Mitglieder der Frauenselbsthilfe Krebs haben Schutzmasken genäht. Foto: privat

Die Mitglieder der Frauenselbsthilfe Krebs haben Schutzmasken genäht. Foto: privat

Nordhorn Am Sonntag, 27. September, sollte zum 17. Mal der Nordhorner Brustkrebslauf rund um das Kloster Frenswegen starten. Die große Solidaritätsveranstaltung der Frauenselbsthilfe Krebs hat in der Vergangenheit jährlich Hunderte Läufer, Walker und Radfahrer bewegt, sich aktiv für brustkrebskranke Frauen in der Grafschaft Bentheim einzusetzen. Aufgrund der Corona-Krise haben sich die Organisatorinnen entschlossen, die Veranstaltung abzusagen.

„Das Besondere an diesem Lauf ist nicht nur das sportliche Ereignis, sondern, dass man sich gemeinsam für die gute Sache einsetzt,“ sagt Sonja Altendeitering von der Frauenselbsthilfe. „Dabei genießen alle die Nähe zueinander, den Austausch im Gespräch und das gemeinsame Mittagessen im Klosterinnenhof. Hierbei den derzeit notwendigen Abstand zu wahren, steht dem Wesen dieser Veranstaltung entgegen. Zudem kommt eine Vielzahl der freiwilligen Helfer aus den Reihen der Frauenselbsthilfe. Als Krebsbetroffene und teilweise im fortgeschrittenen Alter gehören wir selbst zur Risikogruppe. Diese Verantwortung für unsere Frauen aber auch gegenüber allen Aktiven und Zuschauern können wir nicht übernehmen.“ Auch die Gruppenabende der Frauenselbsthilfe in der Volkshochschule finden bis zum Herbst nicht statt. Die geplanten Vorträge und Informationsveranstaltungen werden nachgeholt. „Aber die Frauenselbsthilfe ist auch in Corona-Zeiten für die Menschen mit einer Krebserkrankung da“, so Hildegard Schröder von der Nordhorner Gruppe. Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. In Corona-Zeiten kommt nun noch die Angst hinzu, dass die medizinische Versorgung nicht so gut sein könnte, wie sie es in normalen Zeiten in Deutschland ist. In dieser Situation brauchen Betroffene starke Partner an ihrer Seite. Zu diesen zählt Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfe-Organisation, die Frauenselbsthilfe Krebs, die in Nordhorn seit 2004 mit einer Gruppe vertreten ist.

„Wir fühlen uns gut aufgestellt, um auch in diesen schwierigen Zeiten Krebsbetroffene aufzufangen, zu informieren und zu begleiten“, berichtet die Gruppenleiterin Sonja Altendeitering. „Uns allen fehlen derzeit die kraftgebenden Treffen und unterstützenden Umarmungen. Aber wir halten zu allen 58 Frauen unserer Gruppe telefonisch und schriftlich Kontakt.“ Im traditionellen Grün der Frauenselbsthilfe ist zum Beispiel ein Mund-Nasen-Schutz für alle genäht worden. Daraus entstand ein fotografischer „Maskenball“ der Gruppenteilnehmerinnen (siehe Fotos). Aber auch die Verteilung selbst genähter Herzen und Karten mit mutmachenden Texten fordert auf, achtsam und hoffnungsvoll zu bleiben.

Die Frauenselbsthilfe Krebs ist für alle Krebspatienten offen. Die Ansprechpartner der Gruppe Nordhorn sind Sonja Altendeitering, Telefon 05921 721121 und E-Mail altendeitering@live.de, Hildegard Schröder, Telefon 05908 724 und Janette Hansmann, Telefon 05941 5788.

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