20.09.2022, 17:06 Uhr

1. Fest der Vielfalt in Schüttorf lockt mit buntem Programm

Die Performance-Künstler der „Clown Show Adesa“ aus Ghana verbinden afrikanische Lebensfreude mit Akrobatik, Jonglage, afrikanischen Tänzen, Clownerie und Gesang. Foto: UJZ Komplex

Die Performance-Künstler der „Clown Show Adesa“ aus Ghana verbinden afrikanische Lebensfreude mit Akrobatik, Jonglage, afrikanischen Tänzen, Clownerie und Gesang. Foto: UJZ Komplex

„Wenn man durch Schüttorfs Straßen läuft, hört man immer häufiger fremde Stimmen und unbekannte Sprachen. Nach der ersten großen Flüchtlingswelle im Jahr 2016 begegnet man immer öfter syrischen, iranischen oder irakischen Migranten. Schüttorf hat sich zu einem Ort gewandelt, der die unterschiedlichsten Nationalitäten beheimatet. Dadurch wird unter anderem auch die arabische und afrikanische Kultur sichtbarer, und neuerdings gehört auch die ukrainische dazu“, berichtet Tom Wolf, Geschäftsführer des Jugend- und Kulturzentrums Komplex in Schüttorf. Um die verschiedenen Kulturen in der Samtgemeinde Schüttorf näher kennenzulernen, veranstalten das Komplex, die Flüchtlingsdiakonie der reformierten Kirche und die Stadt Schüttorf am Sonnabend, 1. Oktober, ein „Fest der Vielfalt“. Von 15 bis 19 Uhr öffnen dann das Komplex, das Jugendcafé und das Gemeindehaus ihre Türen; das bunte Programm, das die Akteure für diesen Tag zusammengestellt haben, findet „umsonst und draußen“ statt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, alle Nationalitäten und Altersgruppen näher zusammenzubringen.

Neben lokalen Acts wie dem Schüttorfer Musikverein und dem Chor „Konfetti“ der Grundschule auf dem Süsteresch moderiert Heinz Siemering, bekannt als „Heinz der Zauberer“, auf magische Weise die Veranstaltung und bereitet auch internationalen Talenten die Bühne. Hierzu zählen das Ensemble der „Clown Show Adesa“ aus Ghana sowie der palästinensische Musiker Aeham Ahmad, der als „Trümmerpianist“ international auf sich aufmerksam gemacht hat.

„Trümmerpianist“ und Sänger Aeham Ahmad wuchs als palästinensischer Flüchtling in einem Flüchtlingslager in Damaskus auf. Während der Kriegshandlungen von 2013 bis 2015 transportierte er sein Klavier zu öffentlichen Plätzen, um dort aufzutreten und seine Musik zu den Menschen zu bringen. Seine Geschichte erfuhr international Medienberichterstattung, unter anderem über das ZDF, die BBC, die New York Times und den Spiegel. 2015 erhielt Ahmad den erstmals verliehenen internationalen Beethovenpreis. Die „Clown Show Adesa“ aus Ghana verbreitet afrikanische Lebensfreude mit Akrobatik, Jonglage, afrikanischen Tänzen, Clownerie und Gesang. Ein weiteres musikalisches Highlight des Nachmittags bildet ein Trio, das aus Mitgliedern einer ukrainischen Familie besteht.

Neben dem abwechslungsreichen Bühnenprogramm laden zahlreiche örtliche Vereine an verschiedenen Aktionsständen zum Mitspielen und Mitmachen ein. Auch das Spielmobil des Kinderschutzbundes und eine Kinderschmink-Station stehen für die kleinen Gäste bereit. Zudem gibt es neben Fußball Darts, Hip-Hop-Tänzen und skandinavischen Trendsportspielen an den Ständen des Jugendteams des Sportvereins FC Schüttorf 09, der Jugendfeuerwehr, dem Angelverein sowie dem Schauhaus viel zu entdecken.

Für kulinarische Höhepunkte sorgen internationale Köstlichkeiten wie zum Beispiel syrische, russische, ukrainische, arabische und auch deutsche Spezialitäten, und für die kleinen Gäste ist auch ein Eiswagen vor Ort.

Um großen und kleinen Besuchern einen unbeschwerten Bummel zu den verschiedenen Locations zu ermöglichen, wird die Mauerstraße in Schüttorf am 1. Oktober für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Sparkasse, die Stadtwerke Schüttorf, die Stadt Schüttorf und die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützen die Durchführung dieses Tages der Zusammenkunft.

Weitere Informationen zum „Fest der Vielfalt“ finden Interessierte auf der Website komplex-schuettorf.de.

Der Musiker Aeham Ahmad, aufgewachsen als palästinensischer Flüchtling in einem Flüchtlingslager in Damaskus, hat als „Trümmerpianist“ internationale Anerkennung erlangt. Foto: Benelli

Der Musiker Aeham Ahmad, aufgewachsen als palästinensischer Flüchtling in einem Flüchtlingslager in Damaskus, hat als „Trümmerpianist“ internationale Anerkennung erlangt. Foto: Benelli